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Alle Hebel setzen die beiden Ispringer Herbert Seitz (links) und Peter Gloede (rechts) in Bewegung, damit Asylbewerber Najibullah seinen todkranken achtjährigen Sohn Sorosh (kleines Foto) in Pakistan besuchen darf. Foto: Meyer
Alle Hebel setzen die beiden Ispringer Herbert Seitz (links) und Peter Gloede (rechts) in Bewegung, damit Asylbewerber Najibullah seinen todkranken achtjährigen Sohn Sorosh (kleines Foto) in Pakistan besuchen darf. Foto: Meyer
29.07.2018

Keine Ausnahme für Najibullah – Afghane darf todkranken Sohn nicht besuchen

Ispringen. Die Behörden des Landes bleiben hart: Dem in Ispringen lebenden Afghanen Najibullah wird weiter die Hin- und Rückreise zu seinem in einem pakistanischen Krankenhaus liegenden Sohn Sorosh verweigert.

Wie berichtet, ist der lebensbedrohende Gehirntumor des achtjährigen Jungen vor wenigen Wochen in Kabul entdeckt worden, woraufhin er mit seiner Mutter nach Karatschi geflogen wurde. Bei der ersten von vier komplizierten Operationen konnte der Tumor nicht beseitigt werden. „Das wird auch nach den nächsten drei Operationen wohl noch so sein. Der Tumor kann höchstens etwas eingedämmt werden, sagen die pakistanischen Ärzte“, macht der frühere Unternehmer Herbert Seitz die Tragik deutlich. Er sorgt mit dem pensionierten Gymnasiallehrer Peter Gloede und dem Ispringer Freundeskreis Asyl für die Finanzierung des teuren Unterfangens. Sie kämpfen auch darum, dass der 28-jährige afghanische Flüchtling den Sohn noch einmal sehen darf, bevor dieser stirbt.

„Das Gesetz eröffnet nur zwei Ausnahmen von der gesetzlichen Titelerteilungssperre“, erklärt Pressesprecherin Irene Feilhauer vom Regierungspräsidium Karlsruhe: einen gesetzlichen Anspruch oder eine positive Entscheidung der obersten Landesbehörde (Innenministerium), „weil wichtige Interessen der Bundesrepublik es erfordern.“ Beides sei nicht gegeben.

Nach dessen Einreise im April 2015 habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Najibullahs Antrag im März 2017 „als einfach unbegründet“ abgelehnt. Über die eingereichte Klage habe das Verwaltungsgericht Karlsruhe noch nicht entschieden. Seitz hat sich einen Drohbrief an Najibullahs Frau Lida zuschicken und übersetzen lassen, in dem steht (eine Kopie liegt der PZ vor): „Wenn Du nicht in Deine Heimat zurückkehrst, werden wir Deine Kinder vernichten.“ Seitz: „Er hat unter den Morddrohungen der Taliban seine Familie und Heimat verlassen“.

Doch der Freundeskreis Asyl Ispringen gibt nicht auf. Jetzt wird Landesminister Thomas Strobl (CDU) persönlich angeschrieben, und es werden weitere Chancen geprüft, wie in Deutschland oder Pakistan eine – zumindest vorübergehende – Familienzusammenführung ermöglicht wird

echolot
30.07.2018
Keine Ausnahme für Najibullah – Afghane darf todkranken Sohn nicht besuchen

Das klappt schon noch. Keine Angst, Deutschland oder die Sponsoren werden den Hin- und Rückflug schon bezahlen. mehr...

Calwer
30.07.2018
Keine Ausnahme für Najibullah – Afghane darf todkranken Sohn nicht besuchen

@jo-stroelin und echolot : vor wenigen Tagen konnte man lesen, dass der Afghane arbeitet und somit seinen Beitrag leistet, d.h. er zahlt Steuern, Krankenkasse etc. ! Ihm zu unterstellen er sei von seiner Familie abgehauen ist nicht nur dreist, sondern frech und unverschämt ! Er überweist sicherlich jeden Monat Geld um seine Familie vor Ort zu ernähren und einen Teil der Krankenkosten zu zahlen. Es gibt zahlreiche Menschen hier in Deutschland ( nicht nur Mutti´s Gäste, sondern auch zig Tausende ...... mehr...

frankp1309
31.07.2018
Keine Ausnahme für Najibullah – Afghane darf todkranken Sohn nicht besuchen

Wenn wir für alles und jeden eine "Ausnahme" machen würden bräuchten wir keine Regeln und Gesetze mehr. Wann wird für uns Deutsche eine Ausnahme gemacht? mehr...

Eiermann
31.07.2018
Keine Ausnahme für Najibullah – Afghane darf todkranken Sohn nicht besuchen

@Calwer Alles richtig, was die Person betrifft. Und menschlich ist der Besuchswunsch nur allzu verständlich. Aber wir nehmen es doch auch immer so genau mit dem Rechtsstaat, wenn es um Entscheidungen "pro Flüchtling" geht. Da holen wir sogar bereits abgeschobene Islamisten zurück ins Land, nur um der peniblen rechtsstaatlichen Korrektheit willen, die sich ein einzelnes Verwaltungsgericht in den Kopf gesetzt hat. Also muss diese Korrektheit auch hier gelten. und das heißt: wer vor Verfolgung ...... mehr...