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Im Bereich der alten Lederfabrik bei Enzberg wird künftig dauerhaft ein Tempolimit gelten.  Foto: Lutz 

Keine Chance auf eine Ampel: Stadt ordnet Tempo 50 auf der B10 bei alter Lederfabrik in Enzberg an

Mühlacker-Enzberg. Auf eine gefährliche Situation hat der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gemeinderat der Stadt Mühlacker, Günter Bächle, in einer Anfrage die Stadtverwaltung aufmerksam gemacht: "Neben dem Gebäude der ehemaligen Lederfabrik an der B10 Richtung Niefern stehen auch zwei Wohnhäuser, in denen Familien mit Kindern wohnen, die täglich mehrmals die Bundesstraße zu Fuß überqueren müssen, um in den Enzberger Ortskern zu kommen."

Die Straßenverkehrsbehörde nahm dies zum Anlass, mit dem Polizeipräsidium und der Straßenmeisterei die Situation bei der Lederfabrik vor Ort zu besprechen. Da sich im Umfeld der Einmündung immer wieder Unfälle ereigneten, schaltete sie zu dem die Unfallkommission ein, heißt es in der Antwort der Straßenverkehrsbehörde der Stadt und dem Ordnungsamt.

Die Unfallkommission überprüfte, so die weitere Mitteilung aus dem Rathaus, aufgrund der Unfälle die vorhandenen Sichtachsen: „Dabei konnte festgestellt werden, dass im Bereich der Lederfabrik wegen der Sichtweiten aus Sicherheitsgründen ein Tempolimit mit 50 Stundenkilometern anzuordnen ist. Das wurde umgesetzt und es gibt letztlich auch durch die verringerten Geschwindigkeiten mehr Sicherheit für querende Verkehre.“

Keine Chance auf eine Ampel

Selbst eine wohlwollende Prüfung habe ergeben, dass für einen signalgeregelten Fußgängerüberweg die Voraussetzungen leider nicht vorlägen. Zudem müssten dort mit erheblichem Aufwand ausreichende und sichere Aufstellbereiche geschaffen werden; die dafür benötigten Flächen befänden sich im Eigentum Dritter.

Den Anstoß für die Anfrage der CDU-Fraktion gaben für den CDU-Ortsverband Enzberg deren Vorsitzende Daniela Steudle und ihr Stellvertreter Sascha Werner. Früher habe es einmal im rückwärtigen Bereich einen Übergang zum Radweg gegeben. Diese Brücke sei aber, vermutlich aufgrund der Baufälligkeit, gesperrt. Ein Fußweg entlang des Kanals sei über die Jahre total zugewachsen. Es habe auch schon heftig gekracht an dieser Stelle, wenn die Fahrzeuge in dieses Gelände von der B10 aus abbiegen wollten, so die Enzberger Unionisten.

Das Ordnungsamt antwortete, die erwähnte Brücke über den Kanal befinde sich im Eigentum der EnBW, die diese Brücke wegen ihres desolaten Zustands gesperrt habe. Offenbar werde diese Brücke von der EnBW nicht benötigt, so dass mit einer Instandsetzung nicht gerechnet werden könne. Nach Prüfung durch die Verwaltung gibt es auch keine Verpflichtung der EnBW, diese Brücke funktionsfähig zu halten.