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Familien-Foto mit Kunerts (hinten mit Brille) Calwer Truppe und dem Mann mit dem Hut, Popstar Johannes Oerding, der bei der Veranstaltung in Stuttgart einen Mega-Crewpass trägt. Rechts im Bild: Jan Sinapius und daneben Polly Paulin, die in Kunis Hodrods Cafe in Calw einen Singer-Songwriter-Contest gewonnen hatten.
Familien-Foto mit Kunerts (hinten mit Brille) Calwer Truppe und dem Mann mit dem Hut, Popstar Johannes Oerding, der bei der Veranstaltung in Stuttgart einen Mega-Crewpass trägt. Rechts im Bild: Jan Sinapius und daneben Polly Paulin, die in Kunis Hodrods Cafe in Calw einen Singer-Songwriter-Contest gewonnen hatten.
03.01.2016

Keine Prominacht ohne Kuni

„Night of the Proms“. Die 300. Show in Deutschland. Ein grandioser Abend in der Stuttgarter Schleyer-Halle. Und einer war bei fast allen deutschen „Pop trifft Klassik“-Aufführungen dabei: Michael Kunert aus Calw. Nicht als Fan. Als Promotor. Und Künstlerbetreuer. Seit über 18 Jahren macht Kunert diesen Job schon. Heute sei ein eher ruhiger Tag, erzählt er. Nur wenige Journalisten sind durch die Künstlergarderoben zu schleusen. Wo sie Interviews mit den Stars führen können. Über Musik plaudern. O-Töne einfangen. Um rund 15 Medienvertreter muss sich Kunert heute kümmern.

In Stuttgart hat es die vergleichsweise kleine Pressegruppe vor allem auf die früher weltberühmten „Beach Boys“ abgesehen. Echte Legenden eben. Da diesmal nur wenig Offizielles für Michael Kunert zu tun ist, bleibt Zeit für anderes. Daheim in Calw gibt es sein „Kunis Hodrod Café“ auf den Kimmichwiesen. Seine Crew dort kennt den „Proms“-Kunert noch gar nicht. Also hat er seine Bar-Leute Santino und Carina in die Schleyer-Halle eingeladen. Zusammen mit den beiden lokalen Musikern Jan Sinapius und Polly Paulin. Die beiden haben in Kunis Calwer Kult-Kneipe einen Singer-Songwriter-Contest gewonnen. Ein kleines „CSDS“ – „Calw sucht den (künftigen) Superstar“. Nun dürfen sie das atemberaubende Räderwerk der Proms-Maschinerie mit seiner über 250-köpfigen Crew erleben. Und in der Pause die Stars einmal ganz persönlich treffen.

Ganz oben auf der Wunschliste der Mädels in der Runde: Johannes Oerding, der schon im ersten Proms-Programmteil die Stuttgarter Fans ordentlich gerockt hat. Oerding ist auch abseits der Bühne ein echt netter Kerl. Nimmt sich auch für die Calwer Gruppe Zeit für einen Plausch, für Erinnerungsfotos. Und eine Runde Bier.

Es menschelt überraschend reichlich hinter den Kulissen dieser Mega-Show. Dabei sind alle extrem entspannt, locker. Auf einer seiner Runden trifft Kunert Andy McCluskey und Paul Humphreys von „OMD“ – dem Orchestral Manoeuvres in the Dark. Die Synthie-Pop-Legenden aus den 80ern. Ihre „Maid of Orleans“ riss die Stuttgarter von den Sitzen. Bei „Sailing on the Seven Seas“ bebte der Saal. Das Verhältnis zu Kuni ist geradezu herzlich. Freundschaftlich. Sie haben ihn gefragt, ob er ihre nächste Tour betreuen würde, erzählt Kunert. Wird er wohl tun.

Am Ende der Proms-Show dürfen die Gäste aus Calw noch einmal backstage. Und staunen. Die riesige Bühne, das gesamte Equipment, wird von einer riesigen Armee von Helfern in Rekordzeit in die 18 Tourtrucks und zehn Tour-Busse verpackt. Damit alles am nächsten Morgen wieder im nächsten Saal in Mannheim aufgebaut werden kann. Damit pünktlich um 20 Uhr die nächste Show beginnen kann. Ein unvorstellbarer Aufwand, wenn man die Dimensionen der riesigen Bühne gesehen hat. Samt der gigantischen Lichtshow, die eben noch an der Decke der Schleyer-Halle hing.

Am Künstlerausgang, dem einzigen Ort, wo backstage geraucht werden darf, ist noch mal Zeit für eine schnelle letzte Zigarette. Während die Calwer die Erlebnisse des Abends Revue passieren lassen, kommen kurz David Marks und Bruce Johnston von den „Beach Boys“ vorbei. Ihr Song „Good Vibrations“, gesungen von allen Interpreten der diesjährigen Proms-Tour, war Höhepunkt und Abschluss des gut dreistündigen Programms. Hier hinter der Bühne sind es zwei nette ältere Herren, aber immer noch die berühmten Boys aus Kalifornien.