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Die Containeranlage des Kreises für Flüchtlinge neben dem kommunalen Bauhof soll künftig der Gemeinde Keltern zur Anschlussunterbringung dienen. Foto: Marx, Archiv
Die Containeranlage des Kreises für Flüchtlinge neben dem kommunalen Bauhof soll künftig der Gemeinde Keltern zur Anschlussunterbringung dienen. Foto: Marx, Archiv
22.06.2017

Keltern kauft Kreis Flüchtlingscontainer ab

Keltern-Niebelsbach. Die Gemeinde Keltern kauft vom Landkreis die Wohncontaineranlage im Niebelsbacher Gewerbegebiet Grenzsägmühle.

Als Kaufpreis wurden rund 445 000 Euro genannt. Allerdings will die Gemeinde vor dem Kauf bei einer gemeinsamen Begehung der Anlage im Hinblick auf mittlerweile eingetretene Abnutzungserscheinungen und Schäden einen niedrigeren Ankaufspreis erzielen. Der einstimmige Beschluss des Gemeinderats erfolgte vor dem Hintergrund, dass Keltern angesichts des großen Bedarfs bei der Anschlussunterbringung auf die Kapazität der Containeranlage angewiesen ist, die bislang vom Kreis genutzt wird. Für die Integration, so Bürgermeister Steffen Bochinger, sei eine dezentrale Lösung zwar besser, gleichwohl sei klar, dass diese Kapazitäten anderenorts in der Gemeinde derzeit nicht zur Verfügung stünden. Mit den bislang in der Containeranlage wohnenden Familien habe man gute Erfahrungen gemacht. Die vormals geäußerte Skepsis im Areal sei einer guten Nachbarschaft gewichen.

Lob zollte Bochinger auch dem ehrenamtlichen Engagement der Flüchtlingshelfer. Diese hätten hervorragende Arbeit geleistet. Dass die Containeranlage kein idealer Standort für die Anschlussunterbringung sei, unterstrichen in der Diskussion gleich mehrere Ratsmitglieder, etwa Susanne Nittel (SPD), Manfred Dengler (Grüne) und Michael Trägner (FWG). Letzterer meinte, dass wegen der Wohnraumnot das Vorgehen der Gemeinde alternativlos sei. Jürgen Müller (CDU) äußerte sich im Sinne seiner Vorredner, sprach aber zudem von einer Entscheidung mit „schwerem Herzen“, denn es sei allen Beteiligten klar, dass nun wieder eine Entwicklung einsetze, bei der vermehrt Flüchtlinge im Enzkreis aufgenommen werden müssten und dies mit erheblichen Herausforderungen verbunden sei.