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Roland Rogers kümmert sich um die Betriebsabläufe im Göbricher Taubenhaus. Das Projekt bewährt sich, sagt der 63-Jährige. Foto: Marx
Roland Rogers kümmert sich um die Betriebsabläufe im Göbricher Taubenhaus. Das Projekt bewährt sich, sagt der 63-Jährige. Foto: Marx
Rund 200 Exemplare betreut der Neulinger Taubenbeauftragte am Ortsrand von Göbrichen. In der Voliere ist beim Besuch ordentlich was los. Foto: Marx
Rund 200 Exemplare betreut der Neulinger Taubenbeauftragte am Ortsrand von Göbrichen. In der Voliere ist beim Besuch ordentlich was los. Foto: Marx
11.01.2019

Kelterner Taubenhaus: Taubenbeauftragter und Bürgermeister suchen Lösung

Keltern/Neulingen. Ordentlich Wellen geschlagen hat der Bericht über das zumindest übergangsweise gescheiterte Taubenhausprojekt in Keltern. In den Reaktionen spiegelt sich die Enttäuschung der Ehrenamtlichen ebenso wider, wie der Wille des Verwaltungschefs, doch noch zu einer Lösung zu kommen.

„Die Konzeption mit dem Taubenhaus bewährt sich in Keltern nicht“, ist sich Alfred Schweitzer sicher. Zusammen mit Werner Vollmar hat Schweitzer bis in den Spätsommer zurückliegenden Jahres ehrenamtlich das Taubenhaus am Ortsrand von Dietlingen betreut. Doch nicht erst seit heute ist der frühere Freie-Wähler-Rat der Überzeugung, dass die Konzeption fachlich und sachlich nicht ausgereift sei. „Herr Rogers aus Göbrichen“, so die Feststellung von Schweitzer, sei jemand, der „sich und seine Ideen sehr gut darstellen“ könne und seinerzeit im Gemeinderat durchaus einen schlüssigen Vortrag abgeliefert habe. Doch schon kurze Zeit später habe man erkennen müssen, dass es so nicht funktioniere. Anders als von Herrn Rogers dargestellt, habe er weder die Tauben eingefangen, noch die Lebendfallen nach Keltern gebracht. Darum habe man sich, wie um so vieles andere auch, selber kümmern müssen. Alles in allem, so Schweitzer, sei er enttäuscht von der Konzeption und von den Abläufen nach Errichtung des Taubenhauses. Und dann sei auch noch der Kontakt zu Rogers abgebrochen.

Der frühere Gemeinderat fühlt sich ein stückweit getäuscht: Der Göbricher habe viele Versprechen gemacht und kaum eines eingehalten. Hinzu kämen weitere Unannehmlichkeiten. Der Frust sitzt tief. Bürgermeister Steffen Bochinger unterstreicht, dass sich die beiden Ehrenamtlichen vorbildlich engagiert hätten. Er habe aber Verständnis, dass sie sich zurückgezogen hätten. In der Tat stellten sich viele Fragen. Bochinger verweist auf ein seinerzeitiges Ergebnisprotokoll, in dem aufgeführt sei, dass sich Rogers um die Innenausstattung des Taubenhauses ebenso kümmere, wie um den Tausch der Taubeneier, auch sollte er sich um die Fallen kümmern und die Tiere einfangen. Das werde nun praktisch nur von den Mitarbeitern des benachbarten Bauernhofs von Claus Bischoff übernommen. Immerhin sei es gelungen, Holger Bischoff vom kommunalen Bauhof, der eine Halle bei der Anlage betreibe, für die Betreuung des Taubenhauses zu gewinnen. Nach der Veröffentlichung in der „Pforzheimer Zeitung“ hinsichtlich der Probleme beim Taubenhausprojekt in Keltern, gebe es zwischenzeitlich nun auch wieder einen Gesprächsfaden mit Roland Rogers, wie der Rathauschef deutlich macht. Klar müsse allerdings auch sein, dass die Bürger mithelfen müssten. Wenn niemand die Tauben fange, bevölkerten sie halt Dietlingen und Ellmendingen. Und man könne ja kein großes Netz über den Kirchturm werfen, so der Bürgermeister.

Und was wird aus der Taubenplage in Keltern? „Das ist schwierig“, räumt Bochinger ein. Eine Patentlösung gebe es ganz offensichtlich doch nicht. Alle Beteiligten in Keltern seien sich aber nun im Klaren, dass das Rogers-Modell so einfach eben doch nicht umzusetzen sei. Die Redaktion nahm den Kelterner Fall zum Anlass, Ideengeber Roland Rogers in Göbrichen aufzusuchen und sich vor Ort über seine Aktivitäten zu informieren. Der 63-jährige Taubenbeauftragte der Gemeinde Neulingen konstatiert, dass die Taubenhauskonzeption natürlich mit der Fähigkeit verbunden sein müsse, die Tiere auch einzufangen. Man müsse ein ganz besonderes Händchen für die Tauben haben. Ansonsten sieht er viele geschilderte Dinge der Ehrenamtlichen mit ganz anderen Augen und widerspricht so mancher Aussage. Gleichwohl stehe er mit dem Bürgermeister wieder in Kontakt. Man sei um eine Lösung bemüht.

Mehr lesen Sie am 12. Januar in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.