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08.05.2008

Kieselbronner inmitten des Zyklons

Der Zyklon auf Myanmar traf Irene und Rigobert Ehrhardt ziemlich unvorbereitet. Das schilderte Irene Ehrhardt (47) gestern nach ihrer glücklichen Rückkehr am Dienstag im Gespräch mit der PZ. Die beiden Touristen aus Kieselbronn hatten den letzten Freitag ihrer vierwöchigen Reise am Strand in Rangun verbracht.

Dort sei von einem Wirbelsturm gesprochen worden, der Bangladesh bedrohe. Doch am Abend hatten bereits alle Läden geschlossen. Auf Nachfrage in ihrem Hotel Yuzana im Herzen Ranguns erfuhren die Drogistin und der Ingenieur dann, was im Anmarsch war. Der Zyklon hatte seine Route geändert. „Um 22 Uhr begann der Platzregen und der Sturm“, erzählt die Kieselbronnerin von der Nacht des Zyklons „Nargis“. Angst? Nein, die haben die beiden Kieselbronner keine verspürt. „Ich bin kein ängstlicher Typ und mein Mann auch nicht“, sagt sie. „Aber unsicher haben wir uns schon gefühlt.“ Kein Wunder, denn die Wucht der Böen hätte Fenster und Glastüren in Zimmern über und unter dem ihren eingedrückt. „Um 4.30 Uhr wurden wir dann in ein anderes Zimmer umquartiert.“
Um 10 Uhr am Vormittag sei der Sturm dann relativ abrupt erlahmt.
„Die Menschen strömten auf die Straßen und haben mit Sägen erst einmal die Straßen von umgestürzten Bäumen befreit.“ Hilfsaktionen des Militärs habe man nur im Fernsehen gesehen, wo an einzelnen Stellen Einsätze gefilmt worden seien. „Die Menschen in Rangun haben sich selber geholfen“, sagt sie. Bei ihrer Abreise am Dienstag seien die Aufräumarbeiten noch im Gange gewesen.
Schrecken die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes nicht generell vor einem Urlaub in dem geknechteten Land ab?
Irene Ehrhardt und ihr Mann vertrauten darauf, dass mit kriegerischen oder terroristischen Aktionen nur in bestimmten Bereichen zu rechnen sei. Überdies sei es nicht ihr erster Aufenthalt dort gewesen. „Die Menschen dort sind so freundlich“, schwärmt Irene Ehrhardt. Vor drei Jahre seien sie bereits dorthin gereist und hätten Freunde gewonnen, die sie nun wieder besuchten. Darunter eine junge Frau, deren Bruder im Folterkerker der Militärjunta ermordet wurde.