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03.08.2015

Kieselbronner sollen für Kindergarten tiefer in die Tasche greifen müssen

Kieselbronn. Eine ganze Reihe von Zahlen hatte Kieselbronns Kämmerer Wolfgang Grun für den Gemeinderat in dessen letzter Sitzung vor der Sommerpause. Rund 847 000 Euro betrugen die Betriebsausgaben für den evangelischen Kindergarten im Jahr 2014, so die Schlussabrechnung.

Lediglich 123 000 Euro davon wurden durch Elternentgelte gedeckt. Deren Anteil von 14,5 Prozent liege damit deutlich unter den von den Kirchen und den kommunalen Landesverbänden veröffentlichten Empfehlungen, nach denen ein Anteil des Elternentgeltes von 20 Prozent an der Deckung der Betriebsausgaben anzustreben sei.

646 000 Euro brutto wurden von der Gemeinde Kieselbronn getragen. Nach Abzug der Landeszuschüsse sowie der Erstattung anderer Gemeinden, aus denen Kinder in Kieselbronn in den Kindergarten gehen, verbleibt eine Nettosumme von rund 356 000 Euro, die 2014 aus dem Kieselbronner Gemeindesäckel für den Kindergarten aufzubringen war, informierte der Kämmerer.

Für das neue Kindergartenjahr 2015/16 stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag des Kindergartenkuratoriums zu, die Elternbeiträge an die vorgeschlagenen Mindestsätze der kommunalen Spitzenverbände und der Landeskirchen anzupassen. Lediglich bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren liegen die Kieselbronner Sätze deutlich unter den Vorschlägen.

Rat sucht das Gespräch

Dies rühre aus der Anfangszeit der Kleinkindbetreuung. Damals habe es noch keine Empfehlungen gegeben, die Sätze hätten ohne Erfahrungswerte festgelegt werden müssen. Der Gemeinderat sprach sich jedoch dafür aus, vor der Anpassung im nächsten Jahr das Gespräch zu suchen, um die Schere zwischen tatsächlich erhobenem und empfohlenem Beitrag etwas zu schließen. So sieht das empfohlene Elternentgelt für ein Kind unter drei Jahren bei einer Betreuung von fünf Tagen in der Woche und verlängerten Öffnungszeiten einen Betrag von 317 Euro monatlich vor. Tatsächlich werden im Kieselbronner Kindergarten jedoch nur 249 Euro erhoben. msch