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Glücksbringer beim Neujahrsempfang gestern in Kieselbronn: Bezirksschornsteinfegermeister Stefan Böringer (Mitte) und Bürgermeister Heiko Faber (rechts) begrüßten jeden Besucher, hier den Gemeinderat Jan Weber. Foto: Martin Schott
Glücksbringer beim Neujahrsempfang gestern in Kieselbronn: Bezirksschornsteinfegermeister Stefan Böringer (Mitte) und Bürgermeister Heiko Faber (rechts) begrüßten jeden Besucher, hier den Gemeinderat Jan Weber. Foto: Martin Schott
06.01.2016

Kieselbronns Bürgermeister fordert mehr Geld für Flüchtlingsbetreuung

Die Gemeinden sind der eigentliche Ort der Wahrheit, weil sie der Ort der Wirklichkeit sind.“ Dieses Zitat des früheren Präsidenten des Städte- und Gemeindebundes, Hermann Schmitt-Vockenhausen, nahm Kieselbronns Bürgermeister Heiko Faber beim 38. Neujahrsempfang der Gemeinde in der Festhalle auf. „Leider habe ich den Eindruck, dass dies unseren Bundes- und Landtagspolitikern nicht immer bewusst ist“, sagte Faber und ging damit vor allem auf die Flüchtlingskrise ein.

Der Andrang könne das bedrohen, was die Bürger Jahrzehnte lang als stabil und sicher glaubten: „Den Frieden, die wirtschaftliche Stabilität, die weitgehende Sicherheit in unserem Alltag und für die eigene Lebensplanung und die der Kinder.“ Aussagen wie „Wir schaffen das“ würden vor Ort allein nicht weiterhelfen, so Faber.

Die anlaufende Anschlussunterbringung der Asylsuchenden würde die kommunalen Haushalte, auch von Kieselbronn, überfordern, wenn der Bund sich weiterhin nur mit rund 36 Prozent der Kosten beteilige. Faber dankte den ehrenamtlichen Helfern in Kieselbronn für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe.

Angespannte Finanzlage

Jenseits des Flüchtlingsthemas sieht der Rathauschef eine leichte Verbesserung bei den Gemeindefinanzen, wobei dieses Jahr die angespannte Lage noch nicht überwunden sein werde. Im ersten Halbjahr soll der Neubau des Gemeindebauhofs mit Fahrzeughalle für den Ortsverein des DRK und einem Jugendraum für die offene Jugendarbeit fertiggestellt werden. Der Abschluss dieses größten Hochbauvorhabens der Gemeinde in den vergangenen Jahren soll mit einem Fest am 4. und 5. Juni gefeiert werden. Eine weiter positive Entwicklung sei bei der Ortskernsanierung II zu erwarten: „Hier sind Teile der Walter- und der Weiherstraße an der Reihe.“

PC-Raum für Grundschule

Die Gemeinde werde zudem die Modernisierung des Kindergartens „Regenbogen“ im Sanierungsgebiet angehen. Die bauliche Umsetzung sei 2017 vorgesehen. Noch dieses Jahr solle die Kieselbronner Grundschule einen Computerraum erhalten. Außerdem berührten die Gemeinde erste Arbeiten beim Ausbau der A 8 im Enztal. Dabei sei auf Kieselbronner Gemarkung ein Flurneuordnungsverfahren nötig. Auch bei der geplanten neuen Trasse für Höchstspannungsstrom gelte es die Interessen der Bürger zu wahren.

Beim Neujahrsempfang erfreuten die Kieselbronnerin Luljeta Memaj-Doganci (Geige) und Diethart Sandmann (Klavier) als Kammermusik-Duo mit Stücken von Bach, Händel, Dvorak, Pablo de Saraste und Pjeter Gaci.

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