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Die Kinder waschen ihre Wäsche, wie es früher üblich war. Foto: Dietrich
Die Kinder waschen ihre Wäsche, wie es früher üblich war. Foto: Dietrich
14.08.2018

Kindern versuchen sich: Wäsche waschen wie vor 100 Jahren

Neulingen-Nußbaum. Einen Einblick in das Wäschewaschen noch vor 100 Jahren, wie zu Uromas Zeiten, bekamen 17 Kinder von sechs bis zehn Jahren vor der Waschküche des Heimatmuseums Nußbaum in der Bergstraße. Elvira Knothe, Vorsitzende des Heimatvereins, wies die Kinder in die Arbeitsweise des Waschens ohne Waschmaschine ein. Vorhanden war lediglich eine Wäschepresse, quasi die Vorgängerin einer Schleuder.

Nessel-, Leinen- und Baumwolltücher hatte Knothe bereits einige Tage zuvor mit Senf, Ketchup und Kaffee verschmutzt und trocknen lassen. Zuerst wurde die schmutzige Wäsche mit Seife und Lauge am Waschbrett kräftig gebürstet, danach erfolgte in einer Blechbadewanne mit klarem Wasser und dem Hilfsmittel Stampfer der heutige Spülvorgang in der Waschmaschine. Dabei wollten die insgesamt vier Buben den Mädchen an nichts hintenanstehen, wenngleich das Wäschewaschen früher reine Frauensache war. Nach dem Vertrocknen in der Wäschepresse, wurde die Wäsche zum Bleichen im Grünen ausgebreitet oder aufgehängt, damit sie schneeweis wurde. Es blieben danach keine Flecken zurück.

Den jungen „Wäscherinnen“ wurde neben dem praktischen Teil auch Wissenswertes über das Waschen von früher vermittelt, als mehrere Frauen gemeinsam am Waschbrett und Waschzuber standen oder die Wäsche in Flüssen gewaschen haben. Die Waschfrauen trugen dabei lange, teils weise, Kleiderschürzen und mitunter eine weiße Kopfhaube, allerdings nicht zu verwechseln mit einer Schlafmütze.