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22.09.2015

Kirchenfledermäuse in Mönsheimer Kirche brauchen viel Unterstützung

Mönsheim. In der Evangelischen Nikolauskirche in Mönsheim leben über den Sommer rund 60 Große Mausohren, die dort ihre Wochenstube eingerichtet haben. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern gehören sie zu den größten Fledermäusen in Deutschland. Geeignete Quartiere werden alljährlich über Generationen hinweg immer wieder aufgesucht.

Der BUND Heckengäu betreut seit vielen Jahren diese Mönsheimer Kirchenfledermäuse. Dazu gehört das Zählen der Tiere im Sommer und das Reinigen der Quartiere im Winter, wenn die Fledermäuse in ihren Winterquartieren sind.

Die Weibchen bringen im Kirchenschiff Anfang Juni ihre Jungen zur Welt, wobei jedes Jahr in der Regel nur ein Junges geboren wird. Die Geburt findet in luftiger Höhe statt, das Neugeborene wird mit der Schwanzflughaut aufgefangen. Lediglich über die Nabelschnur abgesichert, klettert es am Fell der Mutter nach oben zur Milchquelle. Während des nächtlichen Beutezugs der Muttertiere bleiben die Jungen in der Wochenstube und wärmen sich gegenseitig, bis die Mutter zum Säugen zurückkommt. Die Männchen hängen im Glockenturm und leben dort als Einzelgänger. Nach der Jungenaufzucht verlassen die Weibchen Anfang bis Mitte August das Wochenstubenquartier.

Das Große Mausohr jagt bevorzugt in alten Laubwaldbeständen dicht über dem Boden hauptsächlich nach Nachtfaltern und Laufkäfern. Fledermäuse regulieren somit den Insektenbestand, sie fressen bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts. Jedes Individuum benötigt mehrere Hektar Fläche zur Jagd.

Wie alle Fledermäuse gehört auch die Mönsheimer Population zu den streng geschützten Arten, für deren Erhalt die Menschen eine große Verantwortung haben. In Mönsheim ist das gut gelungen, denn dort hat man sich darauf geeinigt, die Kirche nicht zu beleuchten.

Wer bei der Reinigung der Kirche helfen will, kann sich wenden an Simone Reusch: (0 70 44) 51 52.