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Amtsinhaber Michael Seiß (Mitte, mit Ehefrau Christine) hat gut lachen: Er bleibt auch nach der Wahl am Sonntag für weitere acht Jahre Bürgermeister von Friolzheim. Beifall gab es von Amtskollege Mario Weisbrich. Foto: Meyer © Meyer
Mussten überraschend viel Stimmen für die Gegenkandidatin des amtierenden Bürgermeisters Michael Sieß zählen: die Wahlhelfer in Friolzheim. © Meyer
04.02.2018

Klare Wahl mit etwas Kritik: Seiß bleibt Schultes in Friolzheim

Friolzheim. Im Friolzheimer Gemeinderat muss man schon geahnt haben, wie die Bürgermeisterwahl an diesem Sonntagabend ausgehen würde. Der Gemeinderat hatte mit deutlicher Mehrheit entschieden wird, keine öffentliche Bewerbervorstellung zur Bürgermeisterwahl durchführen. Für Amtsinhaber Michael Seiß war das offensichtlich kein Problem. Er wurde mit deutlicher Mehrheit wieder in sein Amt gewählt.

Bildergalerie: Seiß bleibt Schultes in Friolzheim

Seiß erhielt 84,3 Prozent der abgegebenen Stimmen und bleibt damit Friolzheimer Rathaus-Chef. Seine Mitbewerberin Friedhild Anni Miller kam nur auf 6,3 Prozent. Aber: das ist mehr als dreimal so viel wie die Sindelfingerin in Wurmberg erhielt. Und: 9,4 Prozent der Stimmen für „Sonstige“ lassen erkennen, dass es in Friolzheim wohl ein gewisses Protestpotenzial gibt. Die Wahlbetetiligung lag bei mageren 40,5 Prozent.

Die Sindelfinger Dauerkandidatin, die auch in Wurmberg kandidierte, hatte keinen Chance. Eine echte Wahl war es eigentlich nicht, denn Friedhild Anni Miller führte keinen Wahlkampf, der sie den Friolzheimer Bürgern nahe brachte. Ein politisches Profil, speziell auf die Gemeinde zugeschnitten, war nicht zu erkennen.

Da wusste Seiß schon eher durch Fachkenntnis zu überzeugen, wie er in einem Gespräch mit der PZ belegte: „Friolzheim ist derzeit die am schnellsten wachsende Gemeinde im Enzkreis mit jetzt knapp über 4000 Einwohnern. Das wird in den kommenden Jahren zumindest moderat so weitergehen“, zeigte er an, wohin sich seine Gemeinde bewegen wird. Aber nicht ohne zu warnen: „Allerdings finde ich, dass wir neue Baugebiete derzeit nicht brauchen. Der Ort verträgt Wachstum – aber immer mit Blick auf unsere Möglichkeiten etwa bei Kinderbetreuung und Schulen. Zuletzt haben wir über fünf Millionen Euro in entsprechende Angebote und in Gebäude investiert.“

Und was will er nach seiner Wiederwahl demnächst in Friolzheim anstoßen? „Vieles läuft ohnehin längst. Ich denke, zuerst werden wir die Engpässe in der Betreuung der Schulkinder anpacken – das Schulhaus und die Angebote selbst. Unsere Grundschule, die alten Prognosen des Schulamts nach einzügig sein müsste, hat im laufenden Schuljahr drei Eingangsklassen. Und im nächsten Schuljahr wird es wieder so sein.“

Acht Jahre ist er im Amt. Da gibt es für die nahe Zukunft noch andere Projekte, so Seiß: „Neben Kinderbetreuung, Verkehr und Porscheansiedlung sind das die Sanierung des Rathauses und der Neubau des Mehrzweckgebäudes, der neue Lösungen für Archiv, Feuerwehr und Rotes Kreuz erfordert. Mittelfristig wollen wir den Marktplatz sanieren.“ Und, wenn Seiß in acht Jahren noch einmal bei der Schultes-Wahl in Friolzheim antrete, will er „ein Dorf mit einer attraktiven Ortsmitte, mit guter Schul- und Kinderbetreuung, intakter Nahversorgung. Und wenn alles gut geht, reicht es in acht Jahren für eine neue Sporthalle.“