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Als Erstunterzeichner in bester Gesellschaft: Landrat Bastian Rosenau hat im Namen des Enzkreises die Erklärung „Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“ unterschrieben. Diesen Schritt unterstützt auch die Gleichstellungsbeauftragte Kinga Golomb.  Foto: Burkard/Landratsamt Enzkreis 

Klares Zeichen gegen Sexismus: Landrat unterzeichnet Erklärung und bezieht Stellung

Enzkreis. Der Enzkreis gehört als bundesweit einziger Landkreis zu den Erstunterzeichnern der Erklärung „Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“ – und befindet sich dabei in bester Gesellschaft: Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht, der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, oder die Schauspielerin Ursula Karven sind wie viele andere Prominente mit von der Partie.

Am Dienstag, 26. Oktober hatte Landrat Bastian Rosenau im Rahmen einer digitalen Veranstaltung symbolisch seine Unterschrift unter das Statement gesetzt, in dem in markanten Worten jegliche Form von Sexismus verurteilt und zu dessen aktiver Bekämpfung aufgefordert wird.

„Mit der Unterzeichnung positionieren wir uns klar gegen Sexismus insbesondere am Arbeitsplatz – und das natürlich nicht nur in unserem eigenen Haus, also im Landratsamt“, erläutert der Kreischef: „Es geht darum, dass sich generell Führungskräfte in Unternehmen und Organisationen zur Verantwortung bekennen, ihre Mitarbeitenden vor Sexismus und sexueller Belästigung zu schützen – egal ob im Büro, an der Kasse oder in der Fabrik. Sie bekräftigen damit, dass es eine Aufgabe aller gesellschaftlichen Kräfte ist, Sexismus und sexualisierte Gewalt in all ihren Erscheinungsformen zu verhindern und zu beenden“, so Rosenau.

Die Unterzeichnung der Erklärung reiht sich laut Rosenau und der Gleichstellungsbeauftragten des Enzkreises, Kinga Golomb, ein in eine Vielzahl weiterer Aktivitäten: „Schon vor einer Weile haben wir uns der Bundesinitiative ‚Stärker als Gewalt am Arbeitsplatz‘ angeschlossen, die seit einigen Wochen im Landratsamt umgesetzt wird. In Form von Postkarten, Plakaten, einer Infoseite im Intranet und in der Mitarbeiterzeitschrift wird dort rund um das Thema informiert, sensibilisiert und auf konkrete Hilfeangebote aufmerksam gemacht.“

In der nun unterzeichneten Erklärung heißt es unter anderem, dass Sexismus in der Gesellschaft viel weiter verbreitet sei, als auf den ersten Blick zu vermuten. „Sexismus darf weder auf individueller Ebene stattfinden, zum Beispiel zwischen Kolleginnen und Kollegen, noch in den gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir leben, verankert sein“, verdeutlicht Golomb. Denn Sexismus habe Folgen: Er könne zu ungleicher Chancenverteilung und zu sexueller Belästigung bis hin zu Gewalt führen, aber bei Betroffenen vor allem auch zu Krankheiten wie Schlafstörungen.

„Wir müssen daher Räume schaffen, in denen sich alle jederzeit sicher fühlen können und die gleichen Chancen haben – und zwar unabhängig vom Geschlecht. Wenn sexuelle Belästigung im Raum steht, heißt es Hin- und nicht Wegsehen und den Übergriffen wirksam entgegentreten“, fasst Golomb die Zielsetzung zusammen.

Betroffene könnten sich dabei nicht nur an die Gleichstellungsbeauftragte, sondern auch an den Personal- und Betriebsrat wenden, die nur mit Einverständnis der betroffenen Person tätig werden. Darüber hinaus gibt es auch die gesetzliche Verpflichtung, eine offizielle Beschwerdestelle.

Die Erklärung kann unter https://www.dialogforen-gegen-sexismus.de/gemeinsame-erklaerung-gegen-sexismus nachgelesen werden.