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Das sagenumwobene Sühnekreuz bei Salmbach – mit eingeritztem Spaten und Messer.
Das sagenumwobene Sühnekreuz bei Salmbach – mit eingeritztem Spaten und Messer. © Hauser
11.03.2016

Kleine Rätsel des Alltages: Was geschah im Salmbacher Wald?

Da weiß man, wie die Kontinente entstanden sind, was die Dinos gefressen haben oder wie die alten Ägypter gelebt haben – aber was vor gut 500 Jahren im Wald von Salmbach passiert ist, das weiß man nicht.

Jedenfalls steht südlich des Orts im Ulrichswald, direkt auf der Grenze zu Langenbrand, keine 20 Meter vom Weg entfernt, ein Sühnekreuz aus dem 16. Jahrhundert. So viel ist sicher. Aber warum das 80 Zentimeter hohe und 66 Zentimeter breite Steinkreuz dort steht, ist bisher nicht zweifelsfrei geklärt. Zwei Legenden gebe es dazu, schreibt die Neuenbürger Expertin Barbara Hauser in ihrem Buch „Kleindenkmale im Enzkreis“: „Entweder haben sich hier zwei Metzger im Streit gegenseitig umgebracht, oder es wurde an dieser Stelle ein Mädchen ermordet.“

„Beides spannende Geschichten, aber ich wüsste schon gerne, was wahr ist“, sagt Schwarzwaldvereins-Wanderführer Hartmut Fieß, der ein Faible für die kleinen Rätsel des Alltags hat und bei einem seiner Streifzüge durch die Natur über das Steinkreuz gestolpert ist. Darauf zu sehen, ist ein eingeritzter Spaten und darüber die Umrisse eines Messers. Kaum anzunehmen, dass da nur einer darauf hinweisen wollte, wo er sein Messer vergraben hat. Nein: Früher sei es üblich gewesen, dass ein Mörder oder dessen Angehörige ein solches Sühnekreuz für die Opfer aufstellen musste, sagt Hauser.

Dass wohl eher keine Zeitzeugen mehr zu finden sind, weiß auch Fieß: „Aber vielleicht weiß ja noch jemand etwas aus seiner Familiengeschichte oder aus historischen Dokumeten, das zur Klärung beitragen könnte.“ Bei der Suche nach der Auflösung setzt „Heimatstark“ nicht nur auf Experten, sondern auch auf die breite Wissensbasis der Leser.

Also: Wenn Sie was über die Legenden wissen, die sich um das Steinkreuz ranken, schreiben Sie an „Heimatstark“, per Post (Pforzheimer Zeitung, Ressort Region, Poststraße 5, 75172 Pforzheim) oder per E-Mail (region@pz-news.de) oder diskutieren Sie auf der Facebookseite der PZ mit.

 

Zeitzeugen wird es für dieses Rätsel wohl keine mehr geben - schließlich beruht es auf einem Ereignis, das 500 Jahre alt...

Posted by PZ-news.de - Pforzheimer Zeitung Online on Freitag, 11. März 2016

In loser Folge versucht „Heimatstark“, solche kleinen Alltagsrätsel zu lösen: Wo spezielle Flurnamen herkommen, welche Tradition hinter Bräuchen steckt, welche Geschichte sich hinter einem Gedenkstein oder alten Mauerresten verbirgt. Zuletzt war „Heimatstark“ auf der Suche nach der Geschichte hinter dem eingemeißelten „Kartoffelsalat 97“ in einem Torbogen der Burgruine Liebeneck über dem Würmtal – leider bisher ohne Erfolg.