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Überall gibt‘s was zu entdecken: Im Hintergrund sieht man den Hochaltar im Chor der Kirche. Führerin Erika Pfeffinger (Mitte) lenkt den Blick der PZ-Leser in diesem Moment auf das gegenüberliegende Fenster, das eher eine Rarität in dem Gotteshaus ist. Es stammt aus dem Jahr 1977, während die anderen Kunstschätze Jahrhunderte alt sind. ketterl
Der Magdalenenaltar stand auch schon mal im Louvre. Ihren weltberühmten Hingucker haben die Tiefenbronner aber selbstverständlich schon lange wieder zurück: Hier erklärt Erika Pfeffinger (links) den PZ-Lesern die Besonderheiten des Altars.
07.08.2017

Kleinod zieht Kirchenbesucher in seinen Bann: „Schau mal, wo du lebst“ in Tiefenbronn

Tiefenbronn. Da staunten die rund 35 PZ-Leser nicht schlecht, welche Kirchenschätze sich hinter den alten Gemäuern der Tiefenbronner Basilika St. Maria Magdalena verbergen: Neben einem weltberühmten Altar, der bereits im Pariser Louvre ausgestellt wurde, gab’s für die „Schau mal, wo du lebst“-Teilnehmer gestern auch kiloschwere Kunst aus reinem Silber und Jahrhunderte alte Malerei zu sehen.

Bildergalerie: "Schau mal, wo du lebst" in der Tiefenbronner Basilika

Durch die Führung von Erika Pfeffinger wurde jedem klar, welche Bedeutung die Kirche in der Bietgemeinde einmal gehabt haben muss.

Doch vorab für die Daheimgebliebenen: Auch von außen ist zumindest ein Teil der historischen Kunst zu sehen. Die Fenster der gotischen Basilika – erstmals 1347 erwähnt – wurden Ende des 14. Jahrhunderts in Straßburg gefertigt. Die Glasmalerei über dem Haupteingang aus dem Jahr 1977 ist ein Werk von Emil Wachter, der auch die Autobahnkirche bei Baden-Baden künstlerisch gestaltet hat. Im Inneren des Gotteshauses galt die Aufmerksamkeit der PZ-Leser den fünf Altären. Der bekannteste darunter, der Magdalenenaltar von Lucas Moser aus dem Jahr 1432, war 1950 Teil einer Ausstellung im Louvre. „Von Tiefenbronn nach Paris. Stellen Sie sich das mal vor“, so Erika Pfeffinger in die Runde. Wie das ging? Ein Teil der Tiefenbronner Bevölkerung sei nach dem Zweiten Weltkrieg von französischen Offizieren in der Kirche bewacht worden. „Vermutlich war einer dabei, der etwas von Kunst verstanden hat“, vermutet Pfeffinger. Was das mit Blattgold verzierte Kleinod so besonders macht? „Moser war einer der ersten, der Landschaften auf Altäre gemalt hat“, so Pfeffinger. Und dies tat er äußerst detailreich. Damals eine Besonderheit, die Moser zum fortschrittlichsten deutschen Maler seiner Zeit machte.

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