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Das Krankenhaus Neuenbürg ist nicht nur wegen des geplanten Abrisses des alten Flügels (rechts im Bild) zugunsten eines Neubaus im Blick. Auch medizinisch tut sich einiges. Derzeit laufen etwa Überlegungen zu einer Erweiterung der Schmerztherapie. Fotos: Ketter/Archiv
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Die Rechbergklinik Bretten dagegen freut sich zwar über ihren fertigen Neubau, beklagt aber das drohende Aus der dortigen Schmerztherapie. Foto: Heilemann

Klinik Neuenbürg: Schmerztherapie soll ausgebaut werden - in Bretten droht Aus

Neuenbürg/Bretten. So viel ist in der Krankenhauslandschaft der Region in Bewegung, dass auch Nachbarn mit kritischen Blicken immer mitverfolgen, was andernorts vor sich geht. Zu spüren war das dieser Tage beim Ärger im Landkreis Karlsruhe über die drohende Schließung der stationären Schmerztherapie an der Rechbergklinik Bretten.

Zuvor hatte der für diese Therapie zuständige Arzt die Klinik verlassen. Ein Nachfolger wurde nicht gefunden. Im Karlsruher Kreistag löste das neidvolle Blicke nach Neuenbürg aus, wo die Schmerztherapie sogar aufgebaut werde. Die Kliniken in Neuenbürg und Bretten werden beide unter dem Dach der Regionalen Kliniken Holding (RKH) geführt. Und bei vermeintlicher Konkurrenz im eigenen Haus ist man in Bretten sensibel. Die Rechbergklinik hatte bereits zugunsten von Mühlacker bei der Geburtshilfe zurückstecken müssen. Die RKH hatte damals einige medizinische Schwerpunkte neu justiert und klarere Schwerpunkte geschaffen.

Dieses Mal allerdings sind die Voraussetzungen wohl andere. Denn die Pläne, die Schmerztherapie am Krankenhaus Neuenbürg auszubauen und weiterzuentwickeln, werden schon seit einiger Zeit geschmiedet, sagt RKH-Pressesprecher Alexander Tsongas auf PZ-Anfrage. Hintergrund ist freilich auch hier eine Personalie: Neuenbürgs Klinik kann sich schon seit vielen Jahren auf Dr. Nils Herter als Leitenden Arzt der Anästhesiologie stützen, der ausgebildeter Schmerztherapeut ist. Sein Team ist entsprechend nicht nur für die Narkosen verantwortlich, sondern auch für die Versorgung und Schmerzfreiheit von Patienten nach einer Operation. Und für Menschen, die schon lange Zeit mit Schmerzen leben müssen, gibt es in Neuenbürg unter Herter schon heute eine Schmerzambulanz als Schwerpunkt. Neuenbürgs Klinik ist damit auch Teil des RKH-Zentrums für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie Ludwigsburg.

Laut Tsongas laufen die Überlegungen einer Weiterentwicklung noch. Passen würde ein solches Konzept beispielsweise auch zu dem Schwerpunkt der Rheumatherapie am Gelenkzentrum Schwarzwald, das im kleinen Neuenbürger Krankenhaus zuletzt für steigende Patientenzahlen gesorgt hat. Wenn die Überlegungen zur Schmerztherapie in Neuenbürg weiter seien, werde das Konzept erst einmal im Aufsichtsrat besprochen, so Tsongas.

Eigene Aufsichtsräte haben unterm Dach der RKH alle Landkreise für ihre Einrichtungen innerhalb der Holding. Das gilt also auch für den Nachbarlandkreis Karlsruhe. Und der fühlte sich überfahren vom drohenden Aus für die Brettener Schmerztherapie, wie Landrat Christoph Schnaudigel sagte. Er fordert eine neue Diskussion über das Thema.