760_0900_130078_ROL_RUeCKHALTEBECKEN_7_.jpg
Große Pläne: Am Rückhaltebecken „Pfitztal“ soll eine überströmungssichere Hochwasserentlastungsanlage hergestellt werden.  Foto: Roller 

Königsbach-Stein sagt Hochwasser den Kampf an

Königsbach-Stein. Der Gemeinderat vergibt die Arbeiten zur Sanierung des Rückhaltebeckens „Pfitztal“. Für 400.000 Euro soll es sicherer werden. Unumstritten ist die Investition keineswegs.

Am Ortsausgang von Stein in Richtung Neulingen, in der Nähe des Fischteichs und der Gemeindewiese, liegt das Hochwasserrückhaltebecken „Pfitztal“. Dass es saniert werden soll, hatte der Gemeinderat schon im Oktober 2019 entschieden. Nun vergab er die dafür notwendigen Arbeiten für rund 400.000 Euro an eine Firma aus Althengstett. Die Gesamtkosten von rund 660.000 Euro bezuschusst das Land mit 315.000 Euro. Im Wesentlichen geht es um die Herstellung einer überströmungssicheren Hochwasserentlastungsanlage als Schüttsteindeckwerk mit Überfallschwelle. Vorgesehen sind zudem der Austausch des Rohrdurchlasses, der Neubau von Unterhaltungswegen am Dammfuß und auf der Dammkrone, der Neubau eines Rechens am Grundablass und einer wasserseitigen Böschungstreppe. Auch ein Beckenpegel soll installiert werden. Der Baubeginn ist für Mitte September geplant. Fertig sein will man schon im Dezember.

Die Sanierung des Rückhaltebeckens macht eine Umsiedlungsmaßnahme nötig, die am Steiner Ortsausgang bereits zu beobachten ist. Grund dafür sind Zauneidechsen. Diese erhielten seit Mai von der ökologischen Baubegleitung neue Refugien aus Sandlinsen oder Stein-, Erd- und Holz-Reisig-Haufen, die durch Baumstämme miteinander verbunden sind. Das sagt Bürgermeister Heiko Genthner auf Nachfrage.

Für den entfallenden Holzkäferbaum werde auf derselben Ausgleichsfläche eine Totholzpyramide aufgestellt, die auch für Eidechsen eine geeignete Lebensraumstruktur darstelle.

Die Sanierungspläne für das Rückhaltebecken stießen indessen nicht bei allen Einwohnern auf Gegenliebe. In der Bürgerfragestunde meldete sich ein Mann zu Wort, der sagte, die nun beauftragte Sanierung werde in der Flussgebietsuntersuchung von 2017 als unwirtschaftlich und teuer bezeichnet. Es würden viele Ressourcen verbraucht und der Damm dadurch „nicht einen Meter höher“. Genthner sagte, es gehe aktuell nur um eine Vergabeentscheidung. Die Grundlagenentscheidung sei schon vor einiger Zeit getroffen worden. Ein anderer Bürger bat darum, angesichts der vielen Starkregenereignisse bei den vorhandenen Hochwasserschutzeinrichtungen regelmäßig zu überprüfen, ob alles in Ordnung sei. Genthner sagte, der Bauhof sei im Vorfeld von Unwettern immer unterwegs.