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In diesem Zimmer hält sich Hans-Peter Brenk seit seinem Schlaganfall viel auf: Das Malen ist für ihn eine Art Therapie geworden. Fotos: Falk
In diesem Zimmer hält sich Hans-Peter Brenk seit seinem Schlaganfall viel auf: Das Malen ist für ihn eine Art Therapie geworden. Fotos: Falk
„Big Mouth“ heißt das Lieblingsbild des Künstlers. Es hat einen Ehrenplatz im Eingang des Hauses.
„Big Mouth“ heißt das Lieblingsbild des Künstlers. Es hat einen Ehrenplatz im Eingang des Hauses.
15.10.2015

Königsbach-Steiner kämpft sich nach Schlaganfall zurück ins Leben: „Aufgeben kam nie infrage“

Von einer Sekunde auf die nächste verändert sich das ganze Leben, und das ohne jegliche Vorwarnung. Im Jahr 2013 wurden laut Statistischem Bundesamt mehr als 240 000 Menschen in deutschen Krankenhäusern wegen eines Hirninfarkts, der häufigsten Form des Schlaganfalls, behandelt.

Der Weg zurück ins Leben ist kein leichter. Das musste auch Hans-Peter Brenk aus Königsbach-Stein erleben. Der 68-Jährige erlitt vor fünf Jahren völlig unerwartet einen Schlaganfall. „Ich war immer fit und habe viel Sport gemacht“, erinnert sich Brenk. Damals als selbstständiger Bauträger mit eigener Firma tätig, joggte er bis zu zehn Kilometer täglich: „Als ich dann im Mai 2010 eines Tages vom Laufen heimkam und in die Küche ging, um mir etwas zu Essen zu machen, bin ich einfach umgefallen.“

Die Krankheit traf den damals 63-Jährigen, der mitten im Leben stand, völlig unerwartet. „Natürlich habe ich mich zu der Zeit immer und immer wieder gefragt: ’Warum ich? Warum hat es mich getroffen?’“, erzählt Brenk. Seit diesem Tag war der Steiner halbseitig gelähmt. Viele Wochen Reha folgten, Brenk benötigte zwar einen Rollstuhl und die Hilfe seiner Frau, machte aber Fortschritte beim Laufen und Sprechen. Dann kam zwei Jahre später der nächste Schicksalsschlag – ein Herzinfarkt. Was folgte, waren wieder Monate in der Reha. „Ich musste so vieles ganz neu lernen“, erzählt der Betroffene. Das Sprechen fiel am Anfang schwer, auf den Rollstuhl kann der 68-Jährige seit einiger Zeit verzichten und benötigt ab und an nur noch einen Stock als Gehhilfe. Noch immer spürt Brenk die Folgen der halbseitigen Lähmung. So musste er sich etwa das Schreiben mit der linken Hand angewöhnen. Ergotherapie und Krankengymnastik stattet der Steiner heute, fünf Jahre nach dem Schlaganfall, noch einmal in der Woche einen Besuch ab.

Neben Reha und Krankengymnastik hat aber noch etwas ganz anderes dem Schlaganfall-Betroffenen neuen Lebensmut geschenkt: die Malerei. „Meine Ergotherapeutin hat mich letztes Jahr auf die Idee gebracht“, erinnert sich Brenk. Seither hat er um die 40 Bilder gemalt und „ein Gefühl für die Farben entwickelt“. Das Malen ist für den 68-Jährigen eine weitere Form der Therapie und ein Ersatz für vieles, was seit dem Schlaganfall nicht mehr geht. Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.