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Die Kirnbachkantorei und Cappella vocalis unter der Leitung von Dietmar Steinert. Foto: Tilo Keller
Die Kirnbachkantorei und Cappella vocalis unter der Leitung von Dietmar Steinert. Foto: Tilo Keller
07.12.2015

Konzerte in Niefern-Öschelbronn mit Musik von Carl Heinrich Graun

Eine festliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest haben am Wochenende die beiden Konzerte in den evangelischen Kirchen in Niefern und in Öschelbronn geboten. Zur Aufführung kam das Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun, das viele Jahre als verschollen galt und erst 1998 wieder entdeckt wurde.

Carl Heinrich Graun lebte von 1704 bis 1759 und war zunächst als Musiker in Braunschweig und Wolfenbüttel am Hof von Herzog August Wilhelm und später als Vizekapellmeister angestellt. In dieser Zeit komponierte er Opern und Kirchenmusiken sowie das Weihnachtsoratorium. Er kam an den Hof des preußischen Kronprinzen Friedrich und wurde später Kapellmeister der Berliner Hofkapelle. Bis zu seinem Tod komponierte er 27 Bühnenwerke.

Graun war auch ein Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach, dessen Weihnachtsoratorium weithin bekannt wurde und auch in diesen Tagen wieder vielfach dargeboten wird. Doch auch das gefühlsbetonte Weihnachtsoratorium von Graun, das er etwa zur selben Zeit wie Bach geschrieben hat, verdient gebührende Aufmerksamkeit. Erst Ende des vorigen Jahrhunderts wurde es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Unter der Leitung von Dietmar Steinert nahmen sich Kirnbachkantorei, Capella Vocalis, Mitglieder des Bachorchesters Pforzheim und Instrumentalsolisten der Komposition an. Als Solisten waren Christine Fürniß-Stephan (Sopran), Sonia Maria Höfler (Alt) und Wilfried Rombach (Tenor) zu hören. Die Besucher folgten dem Wechsel aus Chorsätzen, Arien und Rezitativen, die die Musiker zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügten und so zu einer Gelegenheit zum besinnlichen Genuss im Advent machten.