nach oben
29.09.2016

Koordinierte Sanierungen: Birkenfelder Straßen- und Kanaluntersuchungen zeigt Handlungsbedarf

Die Firma Eagle Eye hat das komplette Birkenfelder Straßennetz abgefahren, fotografisch erfasst und den Zustand bewertet. Die Ergebnisse wurden jetzt im Gemeinderat vorgestellt.

Auf der Basis der Daten soll künftig Sanierungsbedarf schneller erkannt werden. Die Verwaltung hofft, teure Schäden so erst gar nicht entstehen zu lassen. In Kombination mit der Kanalerfassung sollen zudem Arbeiten besser koordiniert werden.

Die Untersuchung zeigte: 13 Prozent der Straßen sind sehr schlecht – hier besteht akuter Handlungsbedarf. Bei etwa 30 Prozent sei mittelfristig mit Sanierungsbedarf zu rechnen. „Da liegt Birkenfeld im Vergleich mit anderen Gemeinden im Durchschnitt, aber Sie müssen was tun“, verdeutlichte Alexander Gumnior von Eagle Eye. Etwa 300 000 Euro habe die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren jeweils in den Straßenbau investiert, so Kämmerer René Kaufmann. Rund 750 000 Euro seien jährlich aber nötig, wolle man den jetzigen Straßenzustand erhalten, so Gumnior. „Jetzt wissen wir, was auf uns zukommt, wenn wir dem Vermögensverfall entgegenwirken wollen“, sagte Bürgermeister Martin Steiner und dankte Gumnior „für die ernüchternden Worte“.

Anschließend stellten Stefan Zintel und seine Kollegen vom Büro Pöyry den überarbeiteten Generalentwässerungsplan und den Allgemeinen Kanalisationsplan für die Gemeinde vor. „Ich mach’ ernüchternd weiter“, sagte Zintel. Die Untersuchung des 59 Kilometer langen Kanalnetzes habe ergeben, dass die Gemeinde 14 Millionen Euro in die Hand nehmen müsste, wollte sie komplett verhindern, dass bei Starkregenereignissen Wasser aus den Kanälen austritt. Mit 6,7 Millionen Euro seien „problematische“ Stellen zu beseitigen und realistischerweise stehe in den nächsten Jahren mindestens ein Sanierungsbedarf von zwei Millionen Euro an.