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Wolfgang Oechsle
Wolfgang Oechsle
05.01.2016

Krach ums Remchinger Altenpflegeheim

Ab Januar 2017 soll das Altenpflegeheim in Wilferdingen in die Obhut der Gemeinde übergehen. Dem aktuellen Träger, dem Verein Diakonische Altenhilfe, wurde daher im Dezember das Mietverhältnis gekündigt. Doch einige Mitglieder wollen das nicht so einfach hinnehmen. Sie wollen die Bürger über die Zukunft des Altenpflegeheims abstimmen lassen. Ein Bürgerbegehren ist geplant.

Zudem vermuten sie hinter der Kündigung einen anderen Grund als den, den die Gemeinde angibt. Mit der Übernahme der Einrichtung wolle man unmittelbaren Zugriff auf das Altenpflegeheim bekommen, rechtfertigt Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon die Entscheidung der Gemeinde im Dezember. Durch eine Verordnung könnte ab 2019 eine Erweiterung des Baus bei der Kulturhalle notwendig werden. Ein externes Büro habe bereits mehrere Varianten geprüft, so der Schultes.

Der frühere Bürgermeister Wolfgang Oechsle und Rathausgegner Lorenz Praefcke, neben Prayon beide Vorstände des nun gekündigten Vereins, wollen dieses Argument nicht gelten lassen. Sie sehen einen internen Streit um die Miete als Grund für die Kündigung an. Für das Gebäude, in dem das Altenpflegeheim untergebracht ist, zahlte der Verein Jahrzehnte rund 240 000 Euro pro Jahr an den Besitzer: die Gemeinde. „Wir haben aber die vergangenen drei Jahre zu viel gezahlt“, meint Oechsle. Laut dem Remchinger Ex-Schultes sinke die Miete auf ein Viertel der ursprünglichen Summe, sobald die Gemeinde das Darlehen für das Gebäude abbezahlt hätte. So stehe es im Vertrag und das sei bereits 2014 der Fall gewesen. „Es geht um eine Halbe Millionen Euro“, rechnet Praefcke vor. „Dieses Geld wurde den Heimbewohnern über deren Gebühr ungerechtfertigt aus der Tasche gezogen.“ Ein Wirtschaftsprüfer hätte den Verein sowie Prayon darauf aufmerksam gemacht. Oechsle und Praefcke wollen dem Bürgermeister vor über einem Jahr daher einen Vorschlag gemacht haben: die zu viel bezahlte Summe solle mit laufenden und künftigen Mietzahlungen verrechnet werden.

„Bisher hat uns jedoch niemand mitgeteilt, wie es weitergehen soll“, sagt Praefcke. „Wir haben die Zahlungen jetzt eingestellt.“ Außer einer Zwangsvollstreckung für die laufende Miete und dem Kündigungsschreiben gebe es vom Bürgermeister keinerlei Reaktion. Prayon weist die Vorwürfe seiner beiden Vorstandskollegen entschieden zurück. Die Gemeinde verlange nicht zu viel Miete vom Verein.