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Zu den typischen Symptomen der sogenannten Skabies gehören starker Juckreiz, rote, schuppige, entzündete Hautpartien und stecknadelkopfgroße Knötchen auf der Haut.
Zu den typischen Symptomen der sogenannten Skabies gehören starker Juckreiz, rote, schuppige, entzündete Hautpartien und stecknadelkopfgroße Knötchen auf der Haut. © Symbolbild dpa
05.12.2018

Krätzefälle nehmen landesweit zu - Anstieg auch in der Region

Pforzheim/Enzkreis/Stuttgart. Aktuelle Zahlen der Krankenkasse Barmer deuten auf eine Zunahme von Krätze in Baden-Württemberg hin. Ein leichter Anstieg der Erkrankung ist laut Angelika Edwards vom Gesundheitsamt in Pforzheim auch in der Region zu beobachten.

2017 bestand die Meldepflicht bei Krätze nur für Einrichtungen mit Kindern und Jugendlichen, seit 2018 werden auch Fälle von Bewohnern und dem Personal von Einrichtungen wie Pflegeheimen, Gefängnissen oder Asylunterkünften erfasst.

In diesem Jahr (Stand 5. Dezember) hat es laut Edwards vom Gesundheitsamt 39 Fälle in Kindertageseinrichtungen in Pforzheim und dem Enzkreis gegeben, 14 weitere in Heimen. 2017 gab es laut der Expertin 53 Fälle bei Kindern und Jugendlichen. In den vorherigen Jahren seien es weniger Fälle gewesen, "da ist schon eine Zunahme ersichtlich", so Edwards weiter.

Einzelfälle von Erwachsenen werden in dieser Statistik nicht erfasst, jedoch trete das Gesundheitsamt mit Betroffenen direkt in Kontakt, leiste Aufklärung und händige Informationen aus. Wichtig sei es laut Edwards, dass auch Familienmitglieder behandelt werden.

Die Krankenkasse Barmer hatte zuvor laut einer Sprecherin ermittelt, wie oft in ganz Baden-Württemberg wichtige Medikamente gegen die Krankheit verordnet wurden. 2016 waren es demnach rund 1900 Verordnungen, 2017 etwas mehr als 3000.

Krätze möglichst sofort behandeln

Krätze - auch Skabies genannt - breitet sich da aus, wo viele Menschen zusammenkommen. In Ländern wie Deutschland kommt sie im Winter gehäuft vor. Wer den Verdacht hat, dass sich Krätzmilben auf dem Körper breitgemacht haben, sollte umgehend zum Arzt gehen. So lässt sich bestenfalls die Gefahr eindämmen, dass die Tiere auch andere Personen aus dem Umfeld befallen. Krätze wird durch intensiven Körperkontakt - zum Beispiel zwischen Eltern und Kindern oder im Kindergarten - übertragen. Die winzigen Milben graben Tunnel unter der Haut. Daher lassen sie sich nicht einfach abwaschen, erklärt die Apothekerkammer Hessen.

Symptome bei Krätze

Zu den typischen Symptomen der sogenannten Skabies gehören starker Juckreiz, rote, schuppige, entzündete Hautpartien und stecknadelkopfgroße Knötchen auf der Haut.

Der Arzt untersucht die Haut des Patienten und kann die Milben zudem unter einem Mikroskop identifizieren. Handelt es sich um Krätze, verschreibt er eine spezielle Creme. Diese wird auf dem gesamten Körper aufgetragen. Handflächen und Fußsohlen dürfen dabei nicht vergessen werden. Ausgespart werden kann in der Regel das Gesicht. Nach circa acht bis zwölf Stunden wäscht der Patient das Präparat wieder ab.

Kleidung und Bettwäsche heiß waschen

Familienmitglieder lassen sich am besten gleich auch untersuchen. Denn selbst wenn sie noch nicht über Juckreiz klagen, können sie bereits befallen sein. Bei einem ersten Befall kann es bis zu fünf Wochen dauern, bis die ersten Symptome auftreten, erläutert das Robert Koch-Institut (RKI).

Um Krätzmilben komplett aus dem Haushalt zu verbannen, ist es hilfreich, Kleidung und Bettwäsche heiß zu waschen und im Trockner zu trocknen, raten die Apotheker. Geht das nicht, kann man getragene Sachen auch zwei Wochen lang in Plastikbeuteln luftdicht verschließen. Das überleben die Milben in der Regel nicht.