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Prominenz mit Roboter: Androidin Pepper (links) lauscht in Brettens neuer Klinik, was die Runde um Moderator Stephan Gilliar, Monika Vierheilig (Sozialministerium), Brettens OB Martin Wolff, Karlsruhes Landrat Christoph Schnaudigel und RKH-Geschäftsführer Jörg Martin (von links) zur neuen Medizin zu sagen haben. 

Krankenhäuser in der Region rüsten auf: Millionen fließen in Gesundheitsversorgung

Bretten/Enzkreis/Pforzheim. Es ist eine Menge in Bewegung bei den Krankenhäusern in der Region. Am Mittwoch erst haben die Sana Kliniken Bad Wildbad ihr neues Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zur ambulanten chirurgischen Versorgung offiziell gestartet. Gestern gab nun die Regionale Kliniken Holding (RKH), zu der auch die Enzkreis-Kliniken gehören, den Startschuss für einen ganzen Klinikneubau in Bretten.

50 Millionen Euro wurden in die neue Rechbergklinik investiert – rund 30 Millionen Euro davon trägt das Land. Ehrgeizige Um- oder Neubauprojekte gibt es auch in Neuenbürg und Mühlacker, in Langensteinbach, in Calw, Nagold oder Leonberg. Siloah und Helios in Pforzheim modernisieren stetig. Und die Klinik Öschelbronn will Ende des Jahres oder Anfang 2020 in ihren 32,5-Millionen-Euro Neubau einziehen.

Der Umbruch modernisiert die medizinische Versorgung – und kurbelt den Wettbewerb an. Das zeigt sich beispielsweise im oberen Enztal, wo mit Sana in Bad Wildbad und dem Gelenkzentrum Schwarzwald der RKH in Neuenbürg zwei Kliniken mit orthopädischen Schwerpunkten nur wenige Kilometer auseinanderliegen. Aber man sieht das auch bei Schwesterhäusern, wie das Brettener Beispiel zeigt. Der Neubau ist nun hochmodern – und zugleich viel kleiner als das alte Haus. Der Grund: Die RKH hat das medizinische Angebot so angepasst, dass Bretten nicht den nahen eigenen Häusern Konkurrenz macht. Nach emotionalen Debatten fiel so die Entscheidung gegen den Erhalt der Geburtenstation. Davon profitiert unter anderem Mühlacker.

Die RKH setzt in Bretten dafür andere Schwerpunkte etwa in Sachen Digitalisierung und Robotik, wie die zuständige Regionaldirektorin Susanne Jansen und Geschäftsführer Professor Dr. Jörg Martin erläuterten. Als Beispiel wurde das Robotermädchen Pepper für den Einsatz als Patienten- Informationsquelle launig vorgestellt. Martin und Jansen machen aber auch keinen Hehl daraus, dass der Erhalt des Standorts, den Gutachter noch vor rund acht Jahren für verzichtbar erklärt hatten, eine politische Entscheidung war – von Kreistag und Karlsruhes Landrat Christoph Schnaudigel. Trotzdem passt diese Modernisierung zum landesweiten Trend, den Sozialminister Manne Lucha (Grüne) mit der Konzentration auf Schwerpunkte und der Abstimmung der Angebote umschreibt.

Am SRH-Klinikum Langensteinbach, bekannt unter anderem für Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie, baut man noch stärker auf die Therapie von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Der Bau der neuen Psychiatrie für 20 Millionen Euro läuft. Auf Konzentration wiederum setzt der Klinikverbund Südwest beispielsweise in Calw. Der dort für rund 60 Millionen Euro geplante Neubau wird auf 150 Betten ausgelegt. Dafür entsteht dort wie auch in Bretten oder Mühlacker parallel ein Gesundheitscampus mit ambulanten oder pflegerischen Angeboten.