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Ziehen bei der Kreisbaugenossenschaft in Sachen Wohnungsbau an einem Strang (von links): Robert Cecelja, Ralf Fuhrländer, Rudolf Schmied, Jürgen Großmann, Stefan Franz und Bruno Klein.
Ziehen bei der Kreisbaugenossenschaft in Sachen Wohnungsbau an einem Strang (von links): Robert Cecelja, Ralf Fuhrländer, Rudolf Schmied, Jürgen Großmann, Stefan Franz und Bruno Klein.
02.01.2018

Kreis Calw: Billiges Bauen ist für Kreisbau nicht möglich

Bad Liebenzell. Viele Auflagen verhindern rasches Handeln: Im Kreistag ist der Bau von bezahlbarem Wohnraum im Kreis Calw immer wieder Thema. Und immer wieder taucht in der Debatte auch der Name der Kreisbaugenossenschaft auf. Auf deren Hauptversammlung wurde deshalb nun Kritik an der Strategie der Genossenschaft laut.

Sie hat tausende von Wohnungen gebaut und vermietet, viele zu äußerst günstigen Preisen. Und doch wurde die Kreisbaugenossenschaft Calw eG bei ihrer jüngsten Hauptversammlung im Bad Liebenzeller Kurhaus kritisiert und aufgefordert, mehr Aktivität zu zeigen und sich beim Wohnungsbau engagierter zu zeigen. Und dies, obwohl Geschäftsführer Bruno Klein über einen „sehr erfreulichen Stand der finanziellen Lage“ berichten konnte. „Zum 31. Dezember 2016 betrugen unsere Guthaben bei Kreditinstituten rund 2,29 Millionen Euro. Dies ist hinsichtlich einer Bilanzsumme von 23,4 Millionen Euro ein beruhigendes Liquiditätspolster“, unterstrich der gelernte Betriebswirt. Im Berichtsjahr 2016 konnten zudem 508 000 Euro zu den Rücklagen, das heißt dem Eigenkapital der Kreisbaugenossenschaft, zugeführt werden.

Trotz der Darstellung der äußerst positiven Betriebsergebnisse der Kreisbaugenossenschaft gab es dann auch kritische Stimmen. „Es gibt einen großen Mangel an Sozialwohnungen und die Kreisbau macht nichts“, stellte der Althengstetter Bürgermeister und Kreisrat Clemens Götz in den Raum. Er forderte, dass von der Kreisbaugenossenschaft mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden solle. Flächen dafür gebe es in den Kommunen genügend. „Ich bitte, dass aktiver mit den Gemeinden verhandelt wird“, so Götz. Der Kritik begegnete Großmann mit dem Hinweis, dass seine Einrichtung eben auch ein Wirtschaftsunternehmen sei. „Man kann heute keine billigen Wohnungen mehr bauen. Die Anforderungen an die Gebäude haben inzwischen die Kosten stark erhöht“, argumentierte der Aufsichtsratvorsitzende. „Erhöhte Standards wie Dämmung der Wände, barrierefreie Zugänge und verschärfte Feuerschutzmaßnahmen haben die Kosten stark erhöht“, argumentierte der Nagolder Oberbürgermeister Großmann. Dieses Thema sei „ein Politikum“. Beim Zuzug von Osteuropäern habe es seinerzeit für den Wohnungsbau staatliche Zuschüsse gegeben, doch derzeit gebe es diese nicht. An dieser Stelle bestehe dringender Handlungsbedarf.