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Kreisbrandmeister Christian Spielvogel ist im Landratsamt auch für Bevölkerungsschutz zuständig. Bis zu einem vollständigen Gesamtkonzept für den Kreis ist es wohl noch ein langer Weg. Der Sirenenabbau sei von den zuständigen Kommunen wohl gestoppt worden – und das sei gut so. Im Bild: Spielvogel mit Warn-App auf seinem Tablet vor der Sirenenkartierung des Enzkreises. Foto: Marx
Kreisbrandmeister Christian Spielvogel ist im Landratsamt auch für Bevölkerungsschutz zuständig. Bis zu einem vollständigen Gesamtkonzept für den Kreis ist es wohl noch ein langer Weg. Der Sirenenabbau sei von den zuständigen Kommunen wohl gestoppt worden – und das sei gut so. Im Bild: Spielvogel mit Warn-App auf seinem Tablet vor der Sirenenkartierung des Enzkreises. Foto: Marx
21.12.2017

Kreisbrandmeister Spielvogel: Sirenen sind nach wie vor wichtig

Enzkreis. Für Fachleute, wie Kreisbrandmeister Christian Spielvogel, sind Sirenen hoch aktuelle Einrichtungen und auch im Zeitalter neuer, elektronischer Medien von entscheidendem Vorteil: Ihr Klang erreicht jeden zu jeder Tageszeit und wenn das Geschehen es erfordert, reißt sie einen auch unsanft aus dem Schlaf. Spielvogel will seine Botschaft so verstanden wissen: „Krisenkommunikation ist zwar mehr als Sirenenalarm, aber Sirenen können ein wichtiger Baustein sein.“ Etwa bei Chemieunfällen oder Hochwasserereignissen.

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Ist der klassische Notfallalarm mit Sirenengeheul noch sinnvoll?

Bei der Zahl der Sirenen und ihrer Funktionsfähigkeit ist es bei einer kreisweiten Betrachtungsweise eher suboptimal bestellt. Nach dem Kalten Krieg hatte sich der Bund aus der Sirenenfinanzierung zurückgezogen. Fortan lag die Thematik in der Verantwortlichkeit der Kommunen, die jede für sich gänzlich unterschiedlich mit der Materie umgegangen sind. Während einige Gemeinden die vor sich hin rostenden Anlagen irgendwann einfach abbauten, hielten andere an ihnen fest. Wieder andere Kommunen sorgten dafür, dass ihre Sirenen vorbildlich gewartet und sogar mit einem digitalen Steuerempfänger ausgestattet wurden. Damit sind sie für die in Pforzheim ansässige Integrierte Leitstelle aus erreichbar und für das, was Spielvogel als Krisenkommunikation im Rahmen des Bevölkerungsschutzes charakterisiert, wertvoll.

Der Kreisbrandmeister erhebt der vorgelegten Liste zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, gleichwohl müsse er davon ausgehen, dass von 28 Kommunen im Kreis immerhin acht gar keine Sirenen vorhalten. Neun Gemeinden haben zwar Sirenen. Diese sind aber nicht mit einem digitalen Steuerempfänger ausgestattet und bleiben damit lokale, weil nicht vernetzte Einzelgänger. Die der „Pforzheimer Zeitung“ vorgelegte Auflistung ist mit Bemerkungen versehen wie „Derzeit nicht funktionsfähig“ oder „Funktionsfähigkeit derzeit nicht bekannt“. Spielvogel sagte auf PZ-Nachfrage, dass das Bewusstsein für Bevölkerungsschutz eher gering ausgeprägt sei. Der Kreisbrandmeister freut sich andererseits über jede Gemeinde, die ihre Sirenen in Schuss hält und mit einem digitalen Steuerempfänger ausstattet.

Spielvogel will die Sirenen als Ausgangspunkt einer professionellen und systematisch angelegten Krisenkommunikation verstanden wissen. Von diesem Weckeffekt solle nur die Warnung ausgehen. Spezifische Informationen durch unterschiedliche Warntöne sollen damit nicht verbunden sein. Der Sirenenalarmierung nachgelagert müssten dann alle Kommunikationswege gleichzeitig beschritten werden. Auch mobile Lautsprecher seien durchaus sinnvoll.

Mehr darüber lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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Sirenen in Pforzheim

Pforzheim ist eine der wenigen Städte, die über ein intaktes Sirenennetz zur Warnung vor Gefahren verfügt. Das Netz ist notwendig, da praktikable Alternativen zur schnellen und umfassenden Warnung der Bevölkerung trotz aller neu entwickelten Kommunikationstechnik bisher nicht zur Verfügung stehen. Neben den fest installierten Sirenen verfügt die Feuerwehr über mobile Lautsprecheranlagen, die auf Mannschaftstransportwagen aufgesetzt werden können. Damit ist es möglich, Straßenzüge oder Wohnblocks schnell vor Gefahren zu warnen. Wer sich schon in ruhigen Zeiten über das richtige Verhalten in Gefahrensituationen informieren will, erhält in der Hauptfeuerwache am Messplatz, Habermehlstraße 77, die Broschüre „Für den Notfall vorgesorgt“. Sie enthält Tipps und Informationen über das Verhalten bei Hochwasser und Unwettern, die Vorratshaltung für Notfälle, über die richtige Zusammenstellung der Hausapotheke und die Möglichkeiten der Brandverhütung. Die Broschüre ist auch an der Pforte im Neuen Rathaus sowie in den Ortsverwaltungen kostenlos erhältlich. 

Hier können Sie per Mausklick die >>> Infobroschüre der Feuerwehr Pforzheim <<< zum Thema Alarm und Verhalten im Katastrophenfall herunterladen.

 

Hier können Sie per Mausklick die >>> Infobroschüre der Feuerwehr Pforzheim <<< zum Thema Alarm und Verhalten im Katastrophenfall herunterladen.