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Symbolbild: Adobe Stock 

Kreiskrankenhäuser rufen um Hilfe, Kinderklinik Schömberg hält in der Corona-Krise Betten bereit

Kreis Calw. Die Sana Kliniken in Bad Wildbad stellen ihren Betrieb wegen der Corona-Pandemie um. Unter anderem werden zwei Stationen für die Versorgung von Corona- und Verdachtspatienten bereitgehalten. Auch andere medizinische Einrichtungen im Nordschwarzwald reagieren auf die Ausbreitung des Virus. Der Landkreis Calw und der Klinikverbund Südwest, zu dem die Krankenhäuser in Calw und Nagold gehören, rufen derweil Fachpersonal zur Unterstützung auf.

„Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus laufen die Kliniken im Klinikverbund Südwest unter Volllast“, schreibt der Verbund. „In allen Fachabteilungen wappnet man sich für die steigende Zahl an schwer- und schwerstkranken Corona-Patienten.“

Ganz besonders Pflegekräfte und Ärzte mit Intensiverfahrung würden daher nun benötigt. Gefragt seien aber auch Personen, die bereits Erfahrung in der medizinischen oder pflegerischen Versorgung von Patienten sammeln konnten und bereit sind, die Mitarbeiter der Kliniken vor Ort zu unterstützen. Dazu zählen laut dem Verbund beispielsweise Mitglieder des Rettungsdienstes, Sanitäter, Pflegekräfte oder Ärzte, die momentan außer Dienst oder in Rente sind, Studierende der Medizin, medizinische Fachangestellte sowie pharmazeutische Fachkräfte. Auch der Calwer Landrat Helmut Riegger ruft eindringlich zur Solidarität auf: „Gemeinsam können wir die Krise bewältigen.“

Auch die Kinderklinik Schömberg könnte im Zuge der Corona-Krise rund 20 Patienten aufnehmen, sagt Verwaltungsleiter Michael Remmler auf PZ-Anfrage. Unklar sei, ob dann Corona-Infizierte oder andere Erkrankte behandelt werden, um die Akutkrankenhäuser zu entlasten. Unter den insgesamt 62 Betten in der Kinderklinik seien aktuell keine Beatmungsplätze, so Remmler weiter. Jedoch könnten auch Erwachsene aufgenommen werden.

Um den beschriebenen Betrieb im Notfall zu bewerkstelligen, nimmt die Klinik seit vergangener Woche keine Patienten mehr auf, die keine zwingend drigende Behandlung brauchen. Zudem würden aktuell auch keine Erkrankten nach verschiebbaren Operationen untergebracht, sagt Remmler. Und was ist mit den anderen größeren Einrichtungen im Nordschwarzwald? Etwa dem Reha-Zentrum in Schömberg, den SRH-Gesundheitszentren in Dobel, Bad Herrenalb und Waldbronn sowie der SRH-Klinik in Langensteinbach? Die Träger haben noch nicht auf die PZ-Anfrage geantwortet.

Wer helfen möchte, kann sich unter (07031) 9 81 10 00 oder gemeinsam@klinikverbund-suedwest.de melden.

Dennis Krivec

Dennis Krivec

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