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Umsteigemöglichkeiten gibt’s in Mühlacker – aber nicht mehr im innerörtlichen Kurzstreckentarif. Das wurde jetzt bemängelt. Foto: Schierling
Umsteigemöglichkeiten gibt’s in Mühlacker – aber nicht mehr im innerörtlichen Kurzstreckentarif. Das wurde jetzt bemängelt. Foto: Schierling
29.10.2015

Kreistags-CDU greift Verkehrsverbund an

Der Beteiligungsbericht des Landkreises ist eine jährlich aufgelegte Broschüre mit knapp über 150 Seiten und gibt selten Anlass für große Aussprachen in den Kreisgremien. Gestern war die Sachlage ein bisschen anders: CDU-Fraktionssprecher Günter Bächle hatte einige Anmerkungen vorbereitet, insbesondere zum aktuellen Reizthema Verkehrsverbund (VPE).

Die sinkenden Fahrgastzahlen, die vor Tagen schon der Vorsitzende des Verkehrsclubs VCD, Matthias Lieb, beklagt hatte, hatten’s auch dem Vormann der CDU-Riege angetan, konkret das 0,9-prozentige Minus bei den Gelegenheitsnutzern mit Einzel- und Tagestickets von rund 500 auf knapp 4200 Bahn- und Buskunden in zwei Jahren.

Bächle stellte die Frage in den Raum, was der regionale VPE zu tun gedenke, um gegenzusteuern. Und er wurde noch deutlicher: ob der VPE überhaupt noch optimal auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet sei oder gegebenenfalls eine andere Lösung für den Nahverkehr in der Region gesucht werden sollte.

Landrat Karl Röckinger verteidigte als Aufsichtsratsvorsitzender „seinen“ Verbund naturgemäß, er sei eine „effektive Organisation“, die mit den zur Verfügung stehenden Finanzen „gute Arbeit leiste“.

Immerhin seien es rund 3,5 Millionen Euro, die aus dem laufenden Kreishaushalt an den VPE flössen, und damit 60 Prozent der kommunalen Mittel für den Nahverkehr in der Stadt und dem Enzkreis.

Indes: Jede Fahrplanverbesserung koste zusätzlich kommunales Geld, dabei habe er aber große Zweifel, so der Landrat, dass die Stadt Pforzheim, die die restlichen 40 Prozent beisteuere, großes Interesse an Optimierungen hätte, von denen die Stadt keinen Vorteil ziehe, etwa die Wünsche im Heckengäu an eine Tarifvereinheitlichung bei Fahrten in den Nachbarkreis Böblingen.

Röckinger ging auch auf den Wegfall der Umsteigemöglichkeit mit dem innerörtlichen Kurzstreckentarif ein, was jetzt in Mühlacker kritisiert wurde, wie die PZ berichtet hat. Die neue Regelung sei „zumutbar“. Es sei anderen Fahrgästen gegenüber ungerecht, wenn in Mühlacker die Fahrt von Großglattbach etwa nach Lienzingen 1,30 Euro koste, andernorts im Enzkreis eine gleich lange Strecke über zwei oder drei Zonen hinweg aber deutlich mehr.