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Weitgehend einig in der Kritik an Pforzheims Klapfenhardt-Plänen und „Wohnen im Norden“: FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke (vorne rechts), Ispringens Bürgermeister Thomas Zeilmeier (vorne links) und die Ispringer Fraktionschefs Hans-Peter Huber, Wolfgang Ballarin , Elisabeth Vogt und Frank Weber (hinten von links).  Foto: Moritz 

Kritik an Klapfenhardt und „Wohnen im Norden“: Ispringen sagt ganz klar Nein zu Pforzheims Gewerbe- und Wohnraumplänen

Ispringen/Pforzheim. Wenn man Ispringens Bürgermeister Thomas Zeilmeier und die Fraktionschefs Elisabeth Vogt (Liste Mensch und Umwelt), Hans-Peter Huber (SPD), Wolfgang Ballarin (Freie Wähler) oder Frank Weber (CDU) fragt, dann sind sie ganz klar gegen Pforzheimer Gewerbepläne im Klapfenhardt-Wald und gegen zu ausgedehnte Wohnbaupläne im Norden der Stadt. Das Problem: Von der Stadt würden sie in der Regel nicht gefragt, sagen sie. Entsprechend groß ist ihr Ärger.

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Dass mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Rülke ein prominenter Stadtrat selbst ein Gespräch über die Vorhaben, die der Ispringer Grenze sehr nahe kommen, organisiert hat, freut die Ispringer. Und das umso mehr, als Rülke in weiten Teilen ähnliche Positionen vertritt. Sorgen um bedrohte Arten, Klimaschutz und den kühlenden Grünzug (Vogt, Zeilmeier), Befürchtungen wegen künftiger Sturzbäche, die bei Unwettern ins tiefer liegende Ispringen schießen könnten (Huber, Zeilmeier), Sorgen um Quellwasser der Gemeinde (Ballarin) oder um den für die Naherholung wichtigen Wald (Weber) – all das sind Argumente, die Rülke teilt. Er ist der Auffassung, dass die Hürden bei Natur-, Arten-, Wasserschutz und Waldumwandlung beim Klapfenhardt-Projekt „unüberwindlich“ seien. Für Pforzheims FDP-Räte sei Klapfenhardt keine Option. Chancen für Gewerbe gebe es eher beim Ochsenwäldle mit den möglichen Partnern Niefern-Öschelbronn und Wurmberg.

Überschwemmungsgefahren durch Oberflächenwasser

Nicht ganz so groß sind die Übereinstimmungen in Sachen „Wohnen im Norden“. Bürgermeister Zeilmeier hatte darauf gedrängt, dieses Pforzheimer Projekt gleich mit zu diskutieren. Schließlich fürchtet die Gemeinde dabei ähnliche Überschwemmungsgefahren durch Oberflächenwasser aus einem neuen Wohngebiet. „Und wir sind damit nicht alleine“, betont Zeilmeier. Auch der Abwasserzweckverband mit Kämpfelbach und Königsbach-Stein müsse gehört werden. Schließlich fließt Wasser, das nach Ispringen hineinschießt, weiter den Kämpfelbach hinunter. Was Zeilmeier befürchtet, sind mehr verheerende Fluten wie 2013 oder 2016.

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Rülke sagt zumindest Widerstand gegen die Dimension der Wohnbau-Untersuchungen zu. Betrachtet würden 150 Hektar, wie viel davon für Wohnbebauung gedacht sei – 60 Hektar oder doch mehr – sei offen. Das sei zu viel. Auch die heutigen Gebäude im Außenbereich wolle er schützen. Allerdings könne er sich eine Entwicklung von 20 bis 30 Hektar in schon vorstellen.

Wäre das klein genug, um die Ispringer Wassersorgen zu beruhigen? Nur, wenn man die Entwicklung in enger Abstimmung mit den Kämpfelbachtal-Gemeinden anpacke, sagt Zeilmeier. Und an Abstimmung habe es zuletzt gefehlt. Das betont Huber. Weber pocht darauf, dass Rülke die Ispringer Anliegen in die Pforzheimer Debatte einbringt. Ballarin ärgert es, dass aus der Stadt regelmäßig Projekte wie Klapfenhardt oder zuvor Steinig wiederbelebt würden, die längst vom Tisch gewesen seien. Immerhin: Vogt freut sich, als Grüne die FDP im Kampf um den Klapfenhardtwald an ihrer Seite zu wissen.

Alexander Heilemann

Alexander Heilemann

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