Kündigt sich da ein Rechtsstreit an?

Keltern. Bausachen haben den Kelterner Gemeinderat intensiv beschäftigt.

Im Kelterner Gemeinderat interpretierte der Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Johannes Kneer, von der Kanzlei Ladenburger aus Pforzheim viele Aspekte im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben an der Pforzheimer Straße in Ellmendingen. Das Wohnbauprojekt Alte Mühle hatte bereits in der Vergangenheit vor und hinter den Kulissen für mächtig Wirbel gesorgt (PZ hat berichtet). Kritiker bemängeln beispielsweise, dass die Straße viel zu eng sei und das zu erwartende Verkehrsaufkommen den beschaulichen Charakter im Wohnareal erheblich beinträchtigen werde. Während der Kreis als untere Baurechtsbehörde das Projekt befürwortet, kommt weiterhin Kritik aus dem Gemeinderat. Mittlerweile gibt es aus Keltern einen Widerspruch gegen die Kreisentscheidung und der Fall liegt wieder zur Beurteilung im Landratsamt. Je nachdem, wie dort entschieden wird, könnte der Fall dann zur Beurteilung ans Regierungspräsidium Karlsruhe weitergereicht werden. Kneer kam im Gemeinderat die Aufgabe zu, die komplizierte Materie einzuordnen und aufzuzeigen, ob nach der Ebene des Regierungspräsidiums gegebenenfalls auch ein Gang vors Verwaltungsgericht nach Karlsruhe sinnvoll wäre. Die Materie wurde nach dem öffentlichen Teil am Dienstagabend in nichtöffentlicher Diskussion fortgesetzt. Bürgermeister Steffen Bochinger bat auf PZ-Nachfrage um Verständnis, dass man die Vertraulichkeit wahren werde und auch über eine mögliche Vorgehensweise zunächst den Enzkreis informieren wolle.

Bauen in einem hochwassergefährdeten Areal mit sogenannter HQ 100-Einstufung? Eigentlich enorm schwierig, nahezu ausgeschlossen, denn baulich gilt für solche Gebiete eine Veränderungssperre. Hinzu kommt im vorliegenden Fall die unmittelbare Nähe zu einem Sportgelände. Die Rede ist von drei Bauvorhaben in der Verlängerung der Bachstraße in Dietlinger Ortsrandlage außerhalb eines bestehenden Bebauungsplans. Im Kelterner Gemeinderat erhitzten sich die Gemüter bei der Thematik, die zum wiederholten Mal das Gremium beschäftigte. In der Tat ist die Materie komplex. Denn die Gemeinde plant Hochwasserschutzmaßnahmen, die dazu führen können, dass das Areal künftig nicht mehr so gefährdet wäre. Freilich bleibt aus einstimmiger Sicht des Gemeinderats die Verpflichtung der Bauherren, erst mal ein Lärmgutachten vorzulegen, um klarzustellen, dass man sich vom Sportbetrieb nicht gestört fühlen werde und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen ergreifen könne.