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Zumindest in abgeschwächter Form kam im Schömberger Modehaus Bertsch Kulting-Stimmung auf.  Foto: Meister 

Kulting-Ausfall wegen Corona - Verein bietet Schömbergern Mini-Version des Festivals

Schömberg. Noch im Januar hatte der Verein „Musik auf der Höhe“ für das Wochenende, 3. bis 5. Juli, einen echten Höhepunkt in Schömberg angekündigt. Das Kulting-Festival sollte mit einem breit gefächerten Angebot locken, in dem Kultur und Shoppen zusammengeführt werden. Allerdings machte die Corona-Pandemie den Verantwortlichen einen Strich durch die Planungen. Doch statt den Sand in den Kopf zu stecken, entschied sich der Verein für eine Mini-Version des Festivals. „Es ist uns wichtig, dass wir mit unserer Musik die Seele in die Welt bringen“, stellt Gerd-Uwe Klein klar.

Den Traum, Schömberg einige Tage lang im Jahr diese Atmosphäre spüren zu lassen, hegte er bereits vor 15 Jahren. „Trotz den negativen Schlagzeilen habe ich auch in diesem Jahr daran geglaubt“, so Klein.

"Natürlich hat uns diese Entscheidung hart getroffen, aber eine Unterbrechung würde für die Zukunft einen Bruch in die Veranstaltung bringen."

Gerd-Uwe Klein vom Verein "Musik auf der Höhe"

Allerdings hat die Gemeinde aufgrund von Corona signalisiert, dass sie in diesem Jahr eine Austragung des Festivals nicht unterstützen werde. „Natürlich hat uns diese Entscheidung hart getroffen, aber eine Unterbrechung würde für die Zukunft einen Bruch in die Veranstaltung bringen“, erklärte Klein. Neben Klein hat vor allem das junge Team um Theresa von Bibra hartnäckig an einer Lösung gearbeitet.

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„Es wäre auch hinsichtlich der Musiker nicht die richtige Entscheidung gewesen, das komplette Programm abzusagen“, so Bibra. Zumal vor allem freischaffende Musiker unter der Krise leiden. Dennoch mussten Abstriche gemacht werden und statt einem vielseitigen Programm rund um das Kurhaus fand der kulturelle Teil weitgehend in Bieselsberg statt.

„Es ist toll, dass der Verein trotz den Einschränkungen die Initiative ergriffen hat.“

Udo Bertsch, Geschäftsführer Modehaus Bertsch

Improvisationstalent zeigt Wirkung

Doch das Improvisationstalent zeigte Wirkung. Am Freitag erklangen Wiener und Berliner Schmankerl, Tangos und weitere heitere Werke von einer Terrasse. Am Samstagabend fand in rustikalem Holz-Ambiente in der renovierten Dorfscheune in Bieselsberg ein Beethoven-plus-Triokonzert statt. „Es ist toll, dass der Verein trotz den Einschränkungen die Initiative ergriffen hat“, freute sich Udo Bertsch, Geschäftsführer Modehaus Bertsch.

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Denn bereits am Samstagmorgen spielte Gerd-Uwe Klein unter Begleitung von Tobias Schabenberger im Modehaus Bertsch den fetzigen Geiger. Zuvor sorgte die Unterhaltungsmusik auf dem Parkplatz von Edeka Eitel für Staunen. Das Wochenende wurde bei der evangelischen Kirche in Unterreichenbach bei einer Abendandacht mit Unterstützung der Barockband abgerundet. Theresa von Bibra, Alexandre Foster und Gerd-Uwe Klein ließen dabei historische Instrumente zum Einsatz kommen.

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Klein zog am Ende ein positives Resümee und wünscht sich für das kommende Jahr ein „wunderbares Programm“ ohne Corona und mit Unterstützung der Gemeinde. Offen ist derzeit noch, ob der Verein in diesem Jahr vom 31. August bis zum 6. September einen Kammermusikkurs in der Ludwig-Uhland-Schule umsetzen kann. Hier hoffen die Verantwortlichen ebenfalls auf eine Lösung.