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Viele Besucher schauen sich beim Tag der offenen Tür den modernisierten Bahnhof an. Hier sorgt der Spielmannsring der Nieferner Feuerwehr für Unterhaltung. Foto: Tilo Keller
Viele Besucher schauen sich beim Tag der offenen Tür den modernisierten Bahnhof an. Hier sorgt der Spielmannsring der Nieferner Feuerwehr für Unterhaltung. Foto: Tilo Keller
29.07.2018

Kulturbahnhof in Niefern-Öschelbronn wird feierlich eröffnet

Niefern-Öschelbronn. Der restaurierte Nieferner Bahnhof ist ein Schmuckstück für die Gemeinde und wird als neue Kultureinrichtung auch in die Region ausstrahlen. „Sollte sich der Enzkreis je an einer Pforzheimer Bewerbung für eine Kulturhauptstadt beteiligen, käme dafür als Beitrag dieser modernisierte Bahnhof in Frage“, sagte der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz beim Festakt zur Eröffnung des Kulturbahnhofs.

Der Dezernent für Baurecht im Landratsamt, ließ die Probleme beim Umbau des Gebäudes Revue passieren. Die Denkmalbehörde des Landes habe hohe Hürden aufgestellt, die „das Rathaus sowie der Architekt Tilman Holzer jedoch alle zu überwinden wussten“. Nun habe die Gemeinde eine Kulturgröße, die mit Liebe zum Detail saniert worden sei.

Auch Niefern-Öschelbronns Bürgermeisterin Birgit Förster lobte das Engagement des Architekten und des Ortsbaumeisters Franz-Josef Müller. Sie erinnerte an die Diskussionen darüber, wie sich der historische Bahnhof am besten nutzen ließe – bis ihr Vorgänger, Alt-Schultes Jürgen Kurz, vor 15 Jahren die Weichen stellte. „Jetzt sehen wir, wie das gemeinsame Baby von Förster und Kurz aussieht“, sagte ihr Stellvertreter Erik Schweickert (FDP) schmunzelnd. Doch ein teures Kind sei das. Die Gemeinde gab rund drei Millionen Euro für die Renovierung aus. Bezeichnend, dass Tilman Holzer und Andreas Herkommer vom Pforzheimer Architekturbüro an Förster und Kurz gleich zwei Schlüssel übergaben – aneinander gehalten stellen sie ein Herz dar. Herzstück des 1863 erbauten Bahnhofs ist der zweistöckige, lichtdurchflutete Veranstaltungsraum.

Um 1998 schloss die Bahn das Haus. Ergriffen schauten sich bei der Feier die früheren Fahrdienstleiter Herrmann Albert und Dieter Hepp in den umgestalteten Räumen des 155 Jahre alten Gebäudes um. 2003 kaufte die Gemeinde es für 600 000 Euro. Der Güterschuppen wurde abgerissen, 2015 auch der Anbau mit der Wartehalle. Nun erstrahle der Bahnhof in neuem Glanz, so die Rathauschefin. Die badisch-symmetrische Bauweise prägt das Hauptgebäude.

Auf der Schiene zwischen Karlsruhe und Stuttgart droht sich das Gleichmaß aber zu verschieben. Jetzt müsse die Gemeinde den Bund und Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) überzeugen, die Bahnsteige in Niefern auf 55 Zentimeter anzuheben, aufs einheitliche Maß für die Strecke von Baden nach Württemberg, sagte Schweickert mit Blick auf seine Kollegin Stefanie Seemann (Grüne). Wie berichtet, will die Bahn im Streitfall die Haltestelle in Niefern auf 76 Zentimeter erhöhen. So ein Einstieg passt zu Fernzügen, die in Niefern durchbrausen. Den Einstieg in die Regionalzüge würde so eine Stufe erschweren. Roland Bliesener aus Niefern sowie Sonja und Peter Priehn als Duo „no bacon“ umrahmten musikalisch das Eröffnungsfest. Ein Tag der offenen Tür mit Unterhaltungsprogramm rundete gestern die Feier ab.