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Gemeinsamer Kraftakt: Flößer fahren vom Wehr am Monbachtal in Bad Liebenzell bis nach Unterreichenbach. Foto: Fischle
Gemeinsamer Kraftakt: Flößer fahren vom Wehr am Monbachtal in Bad Liebenzell bis nach Unterreichenbach. Foto: Fischle
09.09.2018

Kulturpflege zu Wasser: Bundesweites Flößertreffen erstmals in Unterreichenbach

Unterreichenbach. Einmal im Jahr treffen sich Deutschlands Flößervereine, um die Tradition des jahrhundertealten Handwerks zu pflegen, das 2014 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt wurde. Zum 31. Deutschen Flößertag haben sich von Donnerstag bis Sonntag mehr als 200 Mitglieder aus 25 Vereinen in Unterreichenbach getroffen.

Der Höhepunkt des Programms war die große Floßfahrt am Samstagnachmittag, von der Nonnenwag Wasserstube im Monbachtal nach Unterreichenbach. Sorgen im Vorfeld waren umsonst: Durch den jüngsten Regen war der Wasserstand ausreichend hoch. Noch am Vortag sei es allerdings nötig gewesen, dass Paddelbootfahrer zwei treibende Stämme aus der Floßgasse entfernten, so Unterreichenbachs Bürgermeister Carsten Lachenauer, Mitglied im Verein der „Talhubenflößer“.

Geflößt wurde traditionsgerecht in Trachten mit hohen, schweren Stiefeln zum Schutz gegen die Nässe. Etliche Vereinsmitglieder bewegten das Floß, bestehend aus etwa einem Dutzend Abschnitten, ans Ziel. Zunächst trieben die Stämme ruhig auf dem Wasser, mit langen Stöcken stießen sie die Fahrer Richtung Weiher – dort, in der Strömung, ging der Kraftakt erst richtig los. Vom Wegesrand und dem denkmalgeschützten Flößersteg aus verfolgten Zuschauer die Fahrt „Das Miteinander ist hervorragend, das zeigt diese Veranstaltung immer wieder“, so Lachenauer. Man sei stolz, erstmals den Deutschen Flößertag veranstaltet zu haben.