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„Die Zisterzienser und das Wasser. Unter besonderer Berücksichtigung der Abteien Bebenhausen, Maulbronn und Salem“, lautet der Titel des neuen Buches von Kunsthistoriker Ulrich Knapp (Mitte). Gemeinsam mit Michael Hörrmann (links), Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg sowie Carla Mueller (rechts), Konservatorin, stellten sie das Buch im Kloster Salem vor.  Foto: Privat 

Kunsthistoriker veröffentlicht Buch über meisterhafte Art der Wasserwirtschaft im Kloster Maulbronn

Maulbronn/Salem. Die Beherrschung der Wassertechnik war eine der Grundlagen für den großen wirtschaftlichen Erfolg der Zisterzienser. Ein neues Buch verbindet nun die Erkenntnisse über dieses mittelalterliche Technikwissen mit der genauen Betrachtung der drei großen Zisterzienserklöster in Südwestdeutschland: Maulbronn, Bebenhausen und Salem.

Der promovierte Kunsthistoriker und Autor Ulrich Knapp untersuchte die Wassersysteme der drei Klöster und verglich die Anlagen – untereinander und auch über die Grenzen hinweg. Sein neues Buch erscheint in der Reihe der Publikationen der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, stellte jetzt die Neuerscheinung zusammen mit dem Autor in Kloster Salem vor. „Das Bild, das sich ergibt, ist eindrucksvoll“, erklärt Hörrmann. „Dr. Ulrich Knapp ist es gelungen, die Forschung zu diesem Thema in den letzten Jahren zu erweitern und mit wirklich beeindruckenden neuen Erkenntnissen und Vergleichen zu versehen. Für uns ist es wichtig, dass wir damit wieder die Forschung an unseren Monumenten einen bedeutenden Schritt voranbringen konnten.“

Wasser in den Klöstern – das bedeutet mehr als das romantische Bild von plätschernden Brunnen im stillen Kreuzgang. Erst in den letzten Jahren hat sich gezeigt, wie sehr das fließende Wasser und die Macht über diese Ressource die materielle Grundlage für das Leben in den Klöstern war. Das gilt ganz besonders für die Zisterzienser: Sie beherrschten den Wasserbau virtuos und schufen damit die Basis für den wirtschaftlichen Wohlstand in den Klöstern.

Somit zeigt sich: Es gibt einen großen Reichtum an Zeugnissen der zisterziensischen Wasserwirtschaft, die bis in die Gegenwart unter anderem in Maulbronn sichtbar sind.