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02.09.2016

Landratsamt prüft Bauprojekt für Flüchtlinge

Noch sind die Würfel in Sachen Flüchtlingswohnungen in Dietlingen nicht gefallen: Die Überprüfung durch das Enzkreis-Baurechtsamt läuft noch.

Die „Nachbar-Bürgerinitiative Mörikestraße“ aus Dietlingen hatte sich im August an Bürgermeister Steffen Bochinger und den Kelterner Gemeinderat gewandt, mit der Bitte, die Zustimmung zu einem Bauprojekt nochmals zu überdenken. In dem Objekt, einem alten Fabrikgebäude an der Mörikestraße, sollen viele Wohnungen entstehen, die für die kommunale Anschlussunterbringung für Flüchtlinge vorgesehen sind. Zwar betont man bei der Gemeinde, dass es sich nicht um ein Wohnheim für Asylsuchende handelt, gleichwohl befürchtet man bei der Nachbar-Bürgerinitiative die Entstehung eines sozialen Brennpunkts und Schwierigkeiten bei der Integration aufgrund von 60 Personen und mehr, die dort einziehen. Auch im Kelterner Gemeinderat wurden Fragen gestellt hinsichtlich der Dreigeschossigkeit, die bei der Anhebung des Gebäudedachs entstünde und bezüglich der Stellplatzproblematik. Zuständig ist die Kreisverwaltung.

Der Leiter des Amts für Baurecht und Naturschutz im Landratsamt, Wolfgang Kummer, äußerte auf Anfrage, dass der „Vorgang noch nicht abschließend beurteilt worden“ sei, da noch Unterlagen beim Bauherren angefordert worden seien. Kummer betonte: „Generell kann man sagen, dass eine Umnutzung des Anwesens als zulässig angesehen werden kann. Die Zahl der Wohnungen ist hierbei durch den Bebauungsplan nicht beschränkt.“ Kritischer sieht man im Baurechtsamt die Aufstockung, „da in der Umgebung lediglich zweigeschossige Gebäude vorhanden sind“. Kummer führte aus: „Der Bebauungsplan sieht auch in der Umgebung eine Bebauung mit zwei Vollgeschossen vor, was bedeutet, dass auch noch ein Dachgeschoss möglich wäre, sofern es kein Vollgeschoss darstellt.“ Allerdings sei, wie erwähnt, die Prüfungsphase nicht abgeschlossen.