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Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (Zweite von rechts) in Göbrichen.
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner in Göbrichen © Ketterl
09.12.2011

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner in Göbrichen

Göbrichen. Nicht nur charmant und unterhaltsam, sondern auch mit klar fundierten Positionen präsentierte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag beim argrarpolitiischen Frühschoppen des Bauernverbandes Enzkreis im Gasthaus zum Engel in Göbrichen.

Dabei traf sie die Stimmung der rund 50 Landwirte als sie sagte: "Eine Flächenstilllegung können wir uns nicht mehr leisten. Dagegen werde ich vorgehen. Gute Ackerböden stillzulegen, rechnet sich nicht." Entschieden sprach sie sich auch gegen den Einsatz von Antibiotika bei der Tierzucht aus: "Dies müssen wir ändern. Das ist auch gar nicht zulässig und verstößt gegen geltendes europäisches Recht."

Aigner empörte sich zudem darüber, dass schätzungsweise 6,5 Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland jährlich weggeworfen werden und kündigte darüber eine Studie an. Zugleich rief sie aus: "Das Mindesthaltbarkeits-Datum ist kein Wegwerf-Datum." Dabei stimmte ihr sogar der Grünen-Bundestagsabgeordnete Memet Kilic (Pforzheim/Enzkreis) zu: "Sie haben mir aus der Seele gesprochen. Zu Hause bin ich immer dafür zuständig, abgelaufene Sachen zu essen." Überhaupt outete er sich als Fan der Frau, die erst zwei Tage zuvor ihren 47. Geburtstag feierte: "Eigentlich wollte ich mich gar nicht zu Wort melden und Sie nur anlächeln und applaudieren, was ich auch getan habe. Sie haben mich aber mehrfach angesprochen." Die Ministerin verstand es auch, ihre Bundestagskollegen "lieber Gunter" (Krichbaum, CDU) und "lieber Erik" (Schweickert, FDP) immer wieder in ihre Rede und in ein gemeinsames Vorgehen einzubinden.

Deutliche Worte fand schon zu Beginn Ulrich Hauser, der Vorsitzende des Bauernverbandes Enzkreis: "Manche Formen von Tierhaltung gibt es aufgrund von Forschungsergebnissen. Auch Wissenschaftler tragen die Verantwortung für Fehlentwicklungen." Außerdem kritisierte er den starken Flächenverbrauch zugunsten von Siedlungsentwicklung und das angesichts einer steigenden Weltbevölkerung: "Wie bekommt man das zusammen?" kn