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Viele Bürger wünschen sich den Erhalt des Luthersaals. Foto: Weber
Viele Bürger wünschen sich den Erhalt des Luthersaals. Foto: Weber
02.01.2018

Langensteinbach: Bürger wollen Luthersaal vor Abriss bewahren

Karlsbad-Langensteinbach. Den Luthersaal in Langensteinbach wollen viele Bürger vor dem Abriss bewahren.

Diese Angelegenheit ist wohl noch lange nicht durch. Ein Thema, das seit mehr als 20 Jahren immer wieder die Gremien bewegt, hatte der Gemeinderat zunächst im Oktober 2016 formaljuristisch geklärt. Mit 18-Ja-Stimmen, vier Gegenstimmen und einer Enthaltung sprach sich der Gemeinderat dafür aus, den im Jahre 1938 eingeweihten, unmittelbar unterhalb des Langensteinbacher Friedhofes erbauten und im Jahre 1969 grundlegend renovierte Luthersaal, der als Aussegnungshalle dient, abzureißen. Mittelfristig soll hierfür innerhalb des angrenzenden Friedhofsareals eine neue Aussegnungshalle errichtet werden. Laut Hildegard Ried, bekannte Heimatforscherin und Buchautorin aus Langensteinbach, hat diese Entscheidung „großes Entsetzen und allgemeine Verärgerung im Ort ausgelöst“.

Kurz vor Weihnachten erhielt Bürgermeister Jens Timm jetzt eine Liste mit 149 Unterschriften von Bürgern, die sich, wenn auch verspätet, gegen den Ratsbeschluss aussprechen. Hildegard Ried spricht dabei von einem „Anfang eines Bürgerbegehrens“. Ried erinnert an die Mühen der Beerdigungsteilnehmer vor dem Bau des Luthersaales, die einen unzumutbaren langen Weg zwischen Friedhof und dem anschließenden Trauergottesdienst in der Ludwigskirche zurücklegen mussten. „Damals mussten gerade ältere Menschen oft auf eine Teilnahme an einer Beerdigung verzichten. Mit dem Luthersaal für immerhin 300 bis 350 Besucher, der damals von der Kirchengemeinde mit erheblichen Spenden von Einwohnern gebaut wurde, hatte man eine beispielhafte Lösung geschaffen“, so Ried. Die Kosten der Sanierung des Luthersaales mit Einbau von zwei notwendigen Kühlzellen wurden mit 410 000 Euro beziffert. Hinzu käme die Sanierung der sehr kleinen Aussegnungshalle auf dem Friedhof mit ebenfalls zwei Kühlzellen für 40 000 Euro. Die Baukosten für eine neue, zentrale Aussegnungshalle mit Nebeneinrichtungen auf der Basis der Nutzfläche des Luthersaales wurden mit 1,3 Millionen Euro beziffert. i.e.