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Referierten über Asyl – Christa Mann und Ottmar Schickle. Foto: Fux
Referierten über Asyl – Christa Mann und Ottmar Schickle. Foto: Fux
02.02.2014

Leben mit den Asylsuchenden im Biet

Ursprünglich war ein anderes Programm zum Neujahrsempfang der „Bürger für das Biet“ geplant. Doch aus aktuellem Anlass rückte das Thema Asyl in den Mittelpunkt. Musik und Kabarett bildeten dagegen das Rahmenprogramm.

Christa Mann vom Forum Asyl Pforzheim und Ottmar Schickle vom Diakonischen Werk Württemberg informierten die Besucher im gut besuchten Schwalbennest.Schickle, der die aktuellen Flüchtlings- und Asylströme, wichtige Zahlen und vieles zum Prozedere aufzeigte, rechnet damit, dass in diesem Jahr etwa 300 bis 400 Menschen vom Enzkreis unterzubringen sind. Er brach wie auch Christa Mann eine Lanze für Flüchtlinge und Asylbewerber.

Mann kümmert sich in Pforzheim seit über 20 Jahren ehrenamtlich um die Menschen. Ihre Arbeit nahm in der Stadtkirchengemeinde ihren Lauf. Auf Tipp des damaligen Pfarrers und Dekans besuchte sie die in der Goldstadt angekommenen Flüchtlinge, darunter vor allem Familien. Mann begleitete sie zum Arzt, half bei Behördengängen, lud Asylbewerber, darunter viele Muslime, zum Gemeindefest ein, kümmerte sich um Deutschkurse, Kindergartenplätze und vieles mehr. Auch an besondere Begebenheiten erinnert sich die Pforzheimerin, die viele Beispiele aus einer ehemaligen Ringfabrik nahe des Kupferhammers, aber auch aus der Bleich- und Kanalstraße parat hatte. „Vieles muss man zeigen und erklären“, sagt die Referentin und erinnert sich, dass einige nicht wussten, dass eine Toilette nicht zum Waschen da ist. Von einem Besucher auf Ängste wie Kriminalität, Schlägereien oder Immobilienverluste angesprochen, berichtet die Referentin bis auf eine Ausnahme Positives. „Ich habe mich immer gewundert, dass es nicht mehr Schwierigkeiten gibt“, sagte sie.

Dennoch gehöre auch Ärger dazu. Es gebe aber auch einen Unterschied zwischen Land und Stadt und der Infrastruktur. „Das Problem sind Unterkünfte mit 50 oder mehr Personen, vor allem junge Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren“, unterstrich Ottmar Schickle, der der Gemeinde empfahl, sich deshalb mit dem Regierungspräsidium in Verbindung zu setzen.

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