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Betroffenheit löste der 78-jährige Pavel Hoffmann aus Reutlingen (Zweiter von links) bei seinem Vortrag im Kurhaus Bad Liebenzell aus, zu dem Bürgermeister Dietmar Fischer, Schuldekan Thorsten Trautwein und der geschäftsführende Leiter von Zedakah, Frank Clesle (von links) eingeladen hatten. Foto: Molnar
Betroffenheit löste der 78-jährige Pavel Hoffmann aus Reutlingen (Zweiter von links) bei seinem Vortrag im Kurhaus Bad Liebenzell aus, zu dem Bürgermeister Dietmar Fischer, Schuldekan Thorsten Trautwein und der geschäftsführende Leiter von Zedakah, Frank Clesle (von links) eingeladen hatten. Foto: Molnar
02.02.2017

Lebendige Erinnerungen: Holocaust-Opfer Pavel Hoffmann erzählt von seinem Schicksal

Bad Liebenzell. Er war vier Jahre alt, als er 1943 mit seiner Mutter ins Konzentrationslager Theresienstadt kam. Pavel Hoffmann überlebte – als einziger seiner Familie. Heute ist der 78-Jährige aus Reutlingen als einer der letzten Zeitzeugen auf Veranstaltungen und in Schulen unterwegs, um über sein Schicksal zu sprechen. „Ich versuche, die Zuhörer nicht nur aufzuklären, sondern auch vor der Gehirnwäsche zu warnen“, sagte Hoffmann bei seinem Vortrag anlässlich des Holocaust-Gedenktages im Kurhaus Bad Liebenzell. Wichtig sei ihm vor allem, gegen das Unwissen und den weltweit anwachsenden Antisemitismus zu kämpfen.

1939 als Sohn eines jüdischen Ärzte-Ehepaars im besetzten Prag geboren, kam er mit dem letzten Transport nach Theresienstadt. Sein Vater war 1942 bei einer Racheaktion der Wehrmacht erschossen worden. Ein Jahr zuvor standen bereits seine Großeltern mit 120 000 weiteren Juden auf der Todesliste, sie kamen 1942 in Auschwitz ums Leben. Vier Generationen wurden dort allein in der Familie seiner Mutter, die als 34-Jährige starb, ermordet. Dass Hoffmann zwei Jahre in Theresienstadt blieb, sei ein Wunder gewesen, die meisten Kinder seien nach Auschwitz deportiert worden. Seine Rettung kam mit dem „Schweizer Transport“ im Februar 1945. Heinrich Himmler wollte durch die Befreiung von Juden seine Schuld mildern, traf sich – unter anderem in Bad Wildbad – mit dem damaligen Bundespräsidenten der Schweiz. Doch Hitler kam dahinter, so dass es bei einem Transport blieb. Mit 1200 Juden kam Hoffmann so als einziger Vollwaise nach St. Gallen und später nach Prag.

Es gebe, so Hoffmann, eine weltweite Hetze gegen Juden. Zudem hätten 90 Prozent der Schüler in den besuchten Klassen noch nie etwas Positives über Israel gehört.

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