760_0900_94694_unnamed.jpg
Noch Winter und doch schon wieder aktiv: Die amerikanische Kiefernwanze in Büchenbronn begehrt Einlass ins Haus. Foto: privat

Leserfrage: Kiefernwanze auch dieses Jahr vermehrt unterwegs?

Enzkreis. Die amerikanische Kiefernwanze hatte so manchen Bewohner in der Region schon im zurückliegenden Jahr in Schrecken versetzt. Und kaum kommen die ersten satten Sonnenstrahlen des Winters heraus, zeigt sich die hartgesottene Wanze sofort wieder.

Die Antwort mag enttäuschen, ist aber eindeutig: Ja, die amerikanische Kiefernwanze ist ein Lästling erster Güte und ist – trotz ihrer schon jetzt bestehenden Unbeliebtheit – gerade erst dabei, auch Deutschland zu erobern. Manch Leser erinnert sich noch allzu gut: „Kommen die ersten Sonnenstrahlen des Jahres zum Vorschein, zeigen sie sich wieder, die Terrassen-Ungeheuer des letzten Herbstes.“ Weiter meint etwa eine Leserin aus Pforzheim: „Da kommt in mir die Angst auf, dass die Plage dieses Jahr noch viel schlimmer wird.“ Zu gerne würden die Insekten durch Fensterspalt oder geöffnete Balkontüren ins Zimmer kommen. Ganz schön hartgesotten scheinen sie ja zu sein, „wenn sie trotz Nachtfrösten bereits schon wieder unsere Hauswände erobern. Mir graust es schon, obwohl ich mich auf den Frühling eigentlich riesig freue“, so die Leserin.

Eigentlich hat die Wanze in Europa nichts zu suchen. Doch in der globalisierten Welt ist sie nun definitiv auch in Deutschland angekommen. Dominik Saladin, Trainee im höheren Forstdienst beim Enzkreis-Forstamt, weiß einiges über die von vielen als lästig empfundenen Zeitgenossen. Um es vorwegzunehmen: Tipps zur Bekämpfung hat er keine. Konsequenter Passivschutz durch Fliegengitter an Fenstern und separate Türgitter seien der einzige Weg, die Wanze vor der Invasion der Wohnung abzuhalten. In den USA gebe es chemische Bekämpfungsmittel, die in Deutschland nicht zugelassen seien. Ob es Pflanzen gebe, die diesen Wanzen nicht zusagten und vergraulen könnten, sei ihm nicht bekannt, so der Experte vom Forstamt.

Aus forstlicher Sicht sei das Insekt in Deutschland bislang nicht als Schädling relevant. In den USA werde er allerdings als solcher eingestuft. Und mit seinem Vormarsch in Europa zeichneten sich sehr wohl Konfliktfelder ab. In Norditalien und Slowenien etwa wirke sich der Einfluss der Wanze negativ aus: Es komme zu Ausfällen bei der Samenproduktion von Kiefern. Im Ausland sei die Wanzte bekannt dafür, Kiefernarten zu besiedeln und auch Douglasien gerne zu mögen.

Mehr lesen Sie am 21. Februar in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.