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Die Amerikanische Kiefernwanze tritt massenhaft auf. Foto: dpa/Didier Descouens
Die Amerikanische Kiefernwanze tritt massenhaft auf. Foto: dpa/Didier Descouens
Auch bei uns angekommen: die Bernstein-Waldschabe. Foto: Seeger, dpa
Auch bei uns angekommen: die Bernstein-Waldschabe. Foto: Seeger, dpa
18.10.2018

Leserfrage: Regelrechte Invasion – Was sind das für Krabbeltiere?

Zu Hunderten haben sich Wanzen in einem zusammengerollten Sonnenschirm eingenistet, berichtet ein PZ-Leser aus Pforzheim. Ein anderer aus Niebelsbach spricht ebenfalls von einer regelrechten Invasion. PZ-Leserin Sonja G. und eine weitere Pforzheimerin von der Rotplatte berichten von anderen, goldbraun glänzenden Eindringlingen. In der Masse seien die Krabbeltiere lästig. Alle vier Leser wandten sich an die PZ-Redaktion mit der Frage, was genau da krabbelt und fliegt?

Walter Appenzeller, Vorsitzender des BUND-Regionalverbands Nordschwarzwald aus Keltern, und Thomas Köberle, Landschaftsökologe aus Mühlacker und Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Enzkreis, sind sich im ersten Fall gleich einig. Die Fotos der beiden ersten Leser zeigen die Amerikanische Kiefernwanze. Es gebe sie seit rund 20 Jahren in Europa und seit 10 Jahren auch in Deutschland. Die relativ große, flugfähige Wanzenart habe sich hier schnell ausgebreitet. Die Amerikanische Kiefernwanze ist ein Pflanzensaftsauger und nutzt hauptsächlich die Samen von Nadelbäumen. Hierzulande gehe sie neben den namensgebenden Kiefern auch gern mal an die Douglasien, die ja auch aus Nordamerika stammen. Sie sei ein völlig harmloses Geschöpf, das weder steche noch beiße, und auch kein Schädling. Dieses Jahr trete es, bedingt durch die warme Witterung, in Massen auf. Wenn sich die Kiefernwanze bedroht fühle, sondere sie lediglich ein harmloses Abwehrsekret ab, das angenehm nach Apfel rieche.

Ein tierischer Einwanderer ist auch das zweite geflügelte Krabbeltier. Was Sonja G.s Zuhause bestürmt, ist eine Bernstein-Waldschabe, die nicht mit der schädlichen Küchenschabe verwechselt werden darf. Ein Taschenlampentest kann bei der Unterscheidung helfen – nur die Küchenschaben fliehen fast immer vor Licht. Die Waldschabe stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und liebt das warme, trockene Wetter – jetzt auch bei uns. Laut Andreas Roth, stellvertretender Amtsleiter des Forstamtes Enzkreis, kann die Einwanderung zum einen auf den Klimawandel zurückgeführt werden, zum anderen sei es denkbar, dass der Mensch das Tier aus Südeuropa eingeschleppt hat. Beispielsweise über Produkttransporte, die den Weg der amerikanischen Wanzen über den Atlantik geebnet haben. Bernstein-Waldschabe und Kiefernwanze ernähren sich beide von Pflanzenresten und sind damit zum Beispiel auch keine Lebensmittelschädlinge – auch wenn die flugfähigen, guten Klettertiere leicht in die Wohnstuben eindringen können. Die Bernsteinwaldschabe, die tagsüber kaum zu sehen ist, wird von Licht angezogen.

Forstexperte Andreas Roth kennt allerdings ganz andere Sorgen mit eingeschleppten Tieren. Der asiatische Laubholzbockkäfer, der durch eingeführte Holzmaterialien nach Deutschland kam, ist hier eine Bedrohung für Bäume und ganze Waldabschnitte. „Solche Tiere können sich auch im Grünschnitt aufhalten“, sagt Roth und warnt davor, Gartengrünzeug im Wald zu entsorgen. Man wisse nie, was sich darin alles verstecke.

Bürger0815
21.10.2018
Leserfrage: Regelrechte Invasion – Was sind das für Krabbeltiere?

Abschieben sollte man diese Migranten, auch wenn sie nur Apfelduft verbreiten, weg mit denen !!1 Da kämpft man Jahrzehnten dafür um die Insektenmasse, Dreck auf Beinen, zu dezimieren, und dann so was. Unfassbar, ich bin schockiert. mehr...