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Überreste einer Mülltüte, die zwischen Neuhausen und Schellbronn in eine Mähmaschine geraten ist. Foto: Privat
Überreste einer Mülltüte, die zwischen Neuhausen und Schellbronn in eine Mähmaschine geraten ist. Foto: Privat
Jährlicher Frühjahrsputz: Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei sind vor allem nach dem Winter an den Straßen wie hier der B 10 bei Enzberg unterwegs, erledigen Reparaturen und beseitigen das, was Autofahrer wegwerfen. Foto: PZ-Archiv
Jährlicher Frühjahrsputz: Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei sind vor allem nach dem Winter an den Straßen wie hier der B 10 bei Enzberg unterwegs, erledigen Reparaturen und beseitigen das, was Autofahrer wegwerfen. Foto: PZ-Archiv
Parkplätze wie hier an der B 294 bei Birkenfeld werden oft für illegale Entsorgungen missbraucht.Foto: Ketterl, Archiv
Parkplätze wie hier an der B 294 bei Birkenfeld werden oft für illegale Entsorgungen missbraucht.Foto: Ketterl, Archiv
20.07.2017

Leserfrage: Warum liegt nach dem Mähen noch Müll an der Straße?

Autofenster auf und raus mit der Tüte voller Verpackungspapieren, Plastikfolien, Bechern oder anderen Überresten: Nicht wenige Autofahrer scheinen lieber die Straßenböschungen als Mülleimer zu nutzen, als das Zeug im eigenen Fahrzeug herumliegen zu lassen. Den Neuhausener Uwe Haller regen solche Zeitgenossen auf. Aber warum liegt der Müll immer noch da, wenn wie zuletzt zwischen Neuhausen und Schellbronn ein Mähteam des Kreises dort im Einsatz war? Die PZ ist seiner Frage nachgegangen.

Die Antwort auf den konkreten Fall zwischen Neuhausen und Schellbronn liegt für Heinrich Elwert, den Leiter der Straßenmeisterei des Enzkreises, auf der Hand. Das sehe aus wie die Reste einer Mülltüte, die der Mann im Mähfahrzeug im hohen Gras nicht habe sehen können. Das Schneidwerk habe den Müll dadurch gehäckselt und am Rand der Landesstraße verteilt. Ansonsten sei diese Strecke keiner der Punkte, die durch besonders viel illegal entsorgten Abfall auffallen. In der Regel mache die Straßenmeisterei an den Straßenrändern jährlich eine Art Frühjahrsputz. Nach den Wintermonaten müssten die Strecken ohnehin angegangen werden, weil dann viele kleinere Reparaturen anfielen. Die Müllgreifer nehme man dann immer mit.

Uwe Haller würde sich wünschen, dass Straßenmeistereien grundsätzlich mehr Leute zur Reinigung zur Verfügung haben. Vor allem aber ärgern den Neuhausener gedankenlose Autofahrer, die den Unrat einfach aus dem Fenster werfen. Dagegen setzt die Straßenmeisterei immer wieder auch auf Kooperationen. Den Bereich an Nieferns B 10-Kreuzung habe man dank der Unterstützung durch das dortige McDonald‘s Restaurant ganz gut im Griff, sagt Elwert. Manchmal unterstützen auch Gemeinden mit Putzaktionen. Und mit dem Haus des Jugendrechts geht die Straßenmeisterei hin und wieder andere neuralgische Punkte an: Parkplätze an vielbefahrenen Strecken wie den Bundesstraßen in der Region. „Mit Jugendlichen, die Arbeitsstunden ableisten müssen, haben wir bei solchen Aktionen schon mal einen 40-Kubikmeter-Container mit aufgesammeltem Müll gefüllt“, so Elwert. Saubermachen als erzieherische Maßnahme. Denn nach dem Verursacherprinzip geht es dabei nicht direkt. Die Vermüllung entlang der Straßen sieht Elwert nicht als ein Problem junger Leute – „deren Eltern werfen genauso gedankenlos die Dinge weg.“

Allerdings: Nur selten fliegen Müllsünder auf und landen dann über Bußgeldverfahren beim Amt für Straßenverkehr und Ordnung des Enzkreises. „Manchmal findet sich ein Adressaufkleber oder ein anderer Hinweis im wild entsorgten Müll“, sagt Amtsleiter Oliver Müller. Dann werde die Ordnungswidrigkeit verfolgt.

Als Schwerpunkte für Vermüllungen nennt Elwert den Bereich um den Autobahnanschluss Heimsheim, die Strecke zwischen Dürrmenz und Pinache und Parkplätze besonders an Bundesstraßen oder an Waldstrecken wie hinauf nach Dobel. Besonders ungeniert seien Müllsünder, wenn sie sich auf einem Parkplatz vor Blicken gut abgeschirmt wähnen. Bei Birkenfeld an der B 294 sei das beispielsweise der Fall. Dort hat die Straßenmeisterei vor einiger Zeit eine der skurrilsten wilden Müllentsorgungen vorgefunden: es sei eine Containerladung voll Autoreifen gewesen – „aber die Reifen müssen so lange in einem Behälter gelagert worden sein, dass sie eine viereckige Form angenommen hatten.“ Ärgerlich war das Ganze trotzdem. Die Straßenmeisterei musste die Bescherung selbst wieder aufladen und zu einem Reifenhändler transportieren, der die eckigen Reifen zur Entsorgung annahm, ohne dafür ein Entgelt zu verlangen. Auch eine komplette Kücheneinrichtung habe man einmal auf einem Bundesstraßenparkplatz entdeckt. „Allerdings war die Küche nicht mehr funktionstüchtig“, sagt der Leiter der Straßenmeisterei. Sein Team mit der Zentrale in Pforzheim und dem Stützpunkt Mühlacker betreut im Enzkreis rund 520 Kilometer Straßennetz. hei