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Die letzten Spuren der Bauarbeiten an der Landesstraße zwischen Friolzheim, Tiefenbronn und Heimsheim verschwinden in den nächsten Tagen. Derzeit werden noch Markierungen, Leitplanken und Schilder gemacht. Am Freitag ist die Freigabe geplant. Foto: Meyer
Die letzten Spuren der Bauarbeiten an der Landesstraße zwischen Friolzheim, Tiefenbronn und Heimsheim verschwinden in den nächsten Tagen. Derzeit werden noch Markierungen, Leitplanken und Schilder gemacht. Am Freitag ist die Freigabe geplant. Foto: Meyer
Ein Fest zum Abschluss einer langen Bauzeit: Beim Ausbau der Ortsdurchfahrt in Schwann und Conweiler war die Dauer ebenfalls Thema. Foto: Moritz
Ein Fest zum Abschluss einer langen Bauzeit: Beim Ausbau der Ortsdurchfahrt in Schwann und Conweiler war die Dauer ebenfalls Thema. Foto: Moritz
Ab Freitagnachmittag geht es für Tiefenbronner nicht länger über Umwege von der A 8 nach Hause. Ein Leser hatte die Dauer der Baustelle hinterfragt. Fotos: Meyer
Ab Freitagnachmittag geht es für Tiefenbronner nicht länger über Umwege von der A 8 nach Hause. Ein Leser hatte die Dauer der Baustelle hinterfragt. Fotos: Meyer
04.06.2019

Leserfrage: Warum war die Landesstraße bei Friolzheim so lange gesperrt?

Friolzheim. Ein dreiviertel Jahr Umleitung für den Weg zwischen Friolzheim und Heimsheim oder Tiefenbronn endet am Freitagnachmittag. Dann wird die frisch sanierte Landesstraße wieder geöffnet. War die Baustelle ein weiteres Beispiel für unnötig lange Bauzeiten, wie sie zuletzt beispielsweise in Straubenhardt diskutiert worden waren?

Diesen Verdacht hatte ein PZ-Leser. Das Regierungspräsidium Karlsruhe entgegnet, dass der Ausbau bei Friolzheim komplex war – und im vorgegebenen Zeitrahmen fertig werde.

Der Tiefenbronner Ralf Rapp war nach monatelangen Umwegen genervt. Wollte er von der Autobahn her nach Hause, war der kürzeste Weg gesperrt und die Friolzheimer Umleitung im Berufsverkehr überlastet. Die zweite Variante über Heimsheim und Hausen durchs Würmtal sorgte auch für Staus – und für die Erinnerung daran, dass der Zustand der Landesstraße von der Schleglerstadt nach Hausen einem „Rübenacker“ gleiche, so Rapp.

Warum braucht es überhaupt ein dreiviertel Jahr, um runde 1,2 Kilometer Fahrbahn zu erneuern? Fehlte es auf der Baustelle an Arbeitern und Maschinen? Diese Fragen warf der Tiefenbronner auf. Seinen Verdacht weisen die Planer vom Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) aber zurück. Die Strecke durchs Heckengäu sei kein Beispiel für einen verzögerten Ablauf, so RP-Sprecher Uwe Herzel. Schließlich sei in diesem Bereich nicht einfach der Asphalt erneuert worden, sondern man habe die Straße von Grund auf ausgebaut. Er zählt eine ganze Reihe von Aufgaben auf, die zu erledigen waren. Saniert werden musste demnach nicht nur der komplette Fahrbahnaufbau, sondern zusätzlich die Schottertragschicht darunter. Und auch dem Untergrund unter der Straße trauten die Verantwortlichen nicht mehr überall. Er musste stellenweise ausgebessert werden. Dazu kamen leistungsfähigere Entwässerungseinrichtungen. Zwei neue Bauwerke über den Seegraben ersetzen die früheren Durchlässe – Bauwerke mit 18 Meter Länge im einen und 31 Meter im anderen Fall. Insgesamt wurden laut Uwe Herzel 2,5 Millionen Euro in die erneuerte Straße gesteckt. Bei Baubeginn im September hatte man tatsächlich Ende Mai für die Fertigstellung anvisiert. Nun wird es der 7. Juni. Gegen 17 Uhr soll die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Insgesamt, sagt Herzel, sei diese Baustelle angesichts der Fülle der Aufgaben und einer winterbedingten Unterbrechung fast perfekt im Zeitplan. Der Tiefenbronner trifft mit seiner Frage grundsätzlich einen Nerv. Zuletzt hat es immer wieder Baustellen gegeben, bei denen Kritik laut wurde, weil für Anwohner phasenweise keine Arbeiten zu erkennen waren. Das war beispielsweise eine Debatte, die in Straubenhardt geführt wurde. Dort hatte man insgesamt zwei Jahre lang an der zuvor schlagzeilenträchtig kaputten Ortsdurchfahrt von Schwann und Conweiler gebaut. Manchmal hatten vermeintliche Pausen mit Bauabläufen zu tun, die nicht auf den ersten Blick erkennbar waren. Aber in Straubenhardt war auch die damals hohe Auslastung der Baufirmen im Blick. Bürgermeister Helge Viehweg hatte Mitte Mai, rund drei Wochen nach Fertigstellung der eigentlich heiß ersehnten neuen Ortsdurchfahrt, ein Fest zum Abschluss gegeben. Mit Bürgern, Baubeteiligten und Behörden. Dabei erinnerte er daran, dass das Regierungspräsidium den Ausbau 2017 vorgezogen hatte. Der Grund waren die damals akuten Belagsprobleme im Sommer, als Bitumen-Flicken in der Hitze einfach geschmolzen waren.