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Ein Wolf fotografiert durch ein Zielfernrohr. Nicht Wölfen, aber Mischlingen soll es an den Kragen gehen. Symbolbild: Carsten Rehder/dpa-Archiv
Ein Wolf fotografiert durch ein Zielfernrohr. Nicht Wölfen, aber Mischlingen soll es an den Kragen gehen. Symbolbild: Carsten Rehder/dpa-Archiv
07.02.2019

Leserfrage: Was geschieht mit den Wolfshybriden?

Enzkreis. Noch ist der im nördlichen Schwarzwald heimische Wolf ein Einzelgänger, eine Rudelbildung ist noch nicht erfolgt. Umso mehr sorgen sich einige Leser darum, dass sich der Wolfsrüde mit einer Hündin paaren könnte und schon bald viele Mischlinge, sogenannte Hybridtiere, in der Region unterwegs sind. Die Frage der Leser: „Was geschieht dann mit diesen Wolfshybriden?“

Einer, der sich mit der Wolfsmaterie seit geraumer Zeit beschäftigt, ist der Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Rösler aus Vaihingen/Enz (Kreis Ludwigsburg). Der Ensinger meint auf Anfrage der Redaktion: „Da gibt es keinen Spielraum.“ Das werde bundesweit einheitlich gehandhabt: Entweder würden die Wolfshybriden eingefangen und wenn das nicht gehe, abgeschossen. Rösler verweist auf den letzten bekannten Fall in Thüringen, der deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Dort seien bislang drei von sechs Hybriden abgeschossen worden.

Aus praktischer Sicht ist die sogenannte Entnahme von Wolfshybriden aus der Natur gar nicht so einfach. Zumindest, wenn sich ein Wolf mit einer Schäferhündin gepaart hat. Kreisjägermeister Dieter Krail sagt, dass es zumindest auf den ersten Blick für einen nicht geübten Betrachter schwierig sei, einen Wolfshybriden klar zu identifizieren. Eine Herausforderung für die Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim stelle sich bislang nicht. Das sei im Südwesten bislang kein Thema, so Krail. Allerdings werde die Angelegenheit in den Fachmedien intensiv diskutiert.

Die „Pforzheimer Zeitung“ hat, wie auch bei anderen Fragestellungen, die das Wildtiermanagement in der Region betreffen, den Enzkreis-Wildtierbeauftragten Bernhard Brenneis vom Forstamt Eschbach-Dobel befragt. Zunächst, so Brenneis, gelte, dass auch Hybride geschützt seien. Für das Entfernen – Fangen oder Töten – von nachgewiesenen Hybriden aus der Natur benötige man zwingend eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass „Wölfe als vermeintliche Hybriden geschossen werden“. Aus Sicht des Artenschutzes sei „eine Hybridisierung eindeutig unerwünscht und ist unter allen Umständen zu vermeiden“, so die Ausführung des Wildtierbeauftragten: „Vorhandene Hybriden sollten so schnell wie möglich entnommen werden. Hybridisierung wird klar abgelehnt und aufgrund möglicherweise auftretender negativen Effekte als schädlich für den Schutz der Art Wolf angesehen.“

Mehr lesen Sie am 8. Februar in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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