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Hier könnte der Plan greifen: Letzten Sommer gaben CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel (von links) und Calws Landrat Helmut Riegger mit Bad Liebenzells Rathauschef Dietmar Fischer und Straßenbauamtsleiter Jürgen Hehr die Überholzonen-Idee am geplanten Abschnitt bei der Monbachtal-Kurve vor. Foto: Steinert, Archiv
Hier könnte der Plan greifen: Letzten Sommer gaben CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel (von links) und Calws Landrat Helmut Riegger mit Bad Liebenzells Rathauschef Dietmar Fischer und Straßenbauamtsleiter Jürgen Hehr die Überholzonen-Idee am geplanten Abschnitt bei der Monbachtal-Kurve vor. Foto: Steinert, Archiv
21.01.2018

Leserfrage: Wie weit ist man im Nagoldtal mit den Plänen für Überholzonen?

Ein neues Sicherheitskonzept für den Bau von Landstraßen soll den Verkehr in Zukunft sicherer machen. Im Zentrum stehen dabei Abschnitte mit drei Fahrspuren, auf denen man sicher überholen können soll. In der Region gab es keine Neubau-Vorhaben, auf denen das Konzept umgesetzt werden könnte – bis Politiker im Kreis Calw Zuschüsse des Bundes loseisten, um ein Pilotprojekt für solche Überholzonen auf der heutigen B 463 im Nagoldtal zu starten. Doch wie weit ist dieses Projekt mittlerweile gediehen? Das wollte ein Leser von der PZ-Redaktion wissen.

Es ist kein Projekt für wenige Monate. Aber CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel und Calws Landrat Helmut Riegger haben auch einigen Anlauf gebraucht, um bei der Bundesregierung Geld für künftige Überholzonen loszueisen. Warum sie das getan haben, versteht, wer auf der Bundesstraße durchs Nagoldtal schon einmal hinter einem Langholztransporter hergefahren ist. Es gibt auf der kurvigen Strecke kaum Möglichkeiten, um zu überholen. Versucht es ein Autofahrer dennoch, kann es gefährlich werden. In Zukunft sollen drei Abschnitte mit drei Fahrspuren das Problem lösen. Die erste hat man zwischen Unterreichenbachs Ortsteil Dennjächt und er Monbachtal-Kurve kurz vor Bad Liebenzell im Blick. Zwei weitere nagoldaufwärts zwischen Wildberg und der Abfahrt Neubulach sowie zwischen Nagold-Mindersbach und der Pfrondorfer Mühle.

Bau wohl nicht vor 2020

Allerdings: Bis es so weit ist, dauert es noch. Schätzungen vom Sommer, dass ein Baubeginn eher erst 2020 realistisch ist, hält die Calwer Kreisverwaltung noch immer für wahrscheinlich. Derzeit, verrät Fuchtel, würden noch die Planungskosten verhandelt. Erst in den vergangenen Tagen habe es erneut eine Besprechung beim Bundesverkehrsministerium in Berlin gegeben, so der Bundestagsabgeordnete. Calws gerade erst wiedergewählter Landrat Riegger bleibe in der Sache am Ball. Allerdings bremse die Übergangszeit an der Spitze des Verkehrsministeriums die Sache eher. Die lange Suche nach einer neuen Bundesregierung ist für das Verkehrsprojekt ein Hindernis.

Worum es bei den Bedingungen für die Planung geht? Von den derzeitigen Gesprächen, so Fuchtel, hänge beispielsweise ab, ob das Regierungspräsidium Karlsruhe eigene Experten ans Reißbrett schickt oder ein externes Planungsbüro beauftragt.

Und die Bauzeit? Erst wenn die detaillierten Pläne ausgearbeitet seien, so Fuchtel, wisse man, wie aufwendig die künftige Trasse in den Überholabschnitten wird. Wie viel man abgraben oder aufschütten muss. Erst wenn man darüber Klarheit habe, könne man seriöse Aussagen über Baubeginn und Dauer treffen.

Ohnehin warten nicht alle mit Vorfreude auf den Ausbau der Überholzonen. Nach der PZ-Berichterstattung vom Sommer hatten Unterreichenbacher in Leserbriefen die Sorge geäußert, das Projekt könnte für noch mehr Verkehr im Nagoldtal sorgen. Und damit für die vielen Orte, durch die sich die Bundesstraße mitten hindurch schlängelt. Vor allem auch im Zusammenspiel mit dem Bau der Pforzheimer Westtangente erhalten diese Befürchtungen Nahrung.

Kaum Hoffnung auf Umgehung

Unterreichenbachs Bürgermeister Carsten Lachenauer hat im Sommer der Vermutung, die Überholzonen könnten mehr Verkehr in den Ort bringen, widersprochen. Er erinnerte auch daran, dass Wunschträume nach einer Umgehungsstraße für Unterreichenbach nur schwer Wirklichkeit werden könnten. Einer solchen Strecke seien durch Hochwasserschutzflächen und die Bahnstrecke sehr enge Grenzen gesetzt.