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Freude über den hellen, neuen Raum: (von links) Martina Wollnik, Andrea Lutz, Geschäftsführerin der Diakoniestation Neuenbürg und Engelsbrand, Beate Klinke und Pflegedienstleiterin Danijela Balja. Foto: Meister

Licht ins Dunkel der Krankheit

Neuenbürg/Engelsbrand. Demenz zählt zu den häufigsten Krankheiten im Alter. Ein Heilmittel gibt es nicht und längst sind nicht alle Krankheitsformen erforscht. Deshalb ist die Betreuung von Menschen, die an Demenz erkrankt sind, umso wichtiger. Die Diakoniestation Neuenbürg und Engelsbrand trägt dieser Entwicklung Rechnung und hat am Sonntag einen neuen Raum in Neuenbürg präsentiert.

Er wurde nach Bedürfnissen Demenzkranker konzipiert. Demenzexpertin Beate Klinke erklärte, worauf es ankommt: Warme und helle Farben etwa sprächen das Langzeitgedächtnis an. Bei der Beleuchtung gelte es, Schattenbildung zu vermeiden. Lichtdurchflutet müsse der Raum sein. „Deshalb ist die Beleuchtung deutlich stärker als in normalen Haushalten“, erläuterte Klinke.

„Wir freuen uns, dass wir diesen Schritt gehen konnten“, sagte Andrea Lutz, Geschäftsführerin der Diakoniestation. „Der Raum ist wunderbar gelungen und die große Anzahl an ehrenamtlichen Helfern zeigt, welche Bedeutung er hat“, lobte Edgar Schneider, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates Neuenbürg. Bereits seit 2016 gibt es den aus acht Personen bestehenden „Montagstreff“. „Wir haben den Bedarf erkannt und uns von einem Konzept aus Ispringen inspirieren lassen“, erklärte Lutz. Dabei werden die acht Personen jeden Montag von zuhause abgeholt und zur Diakoniestation gebracht.

Allerdings waren die alten Räumlichkeiten nicht barrierefrei zugänglich und erfüllten nicht alle Anforderungen. Nach Gesprächen mit dem Kirchengemeinderat kam der ehemalige Jugendraum in der Diakoniestation in den Blick. Zur Finanzierung der 18 000 Euro wurden die Verantwortlichen auf eine Ausschreibung der GlücksSpirale aufmerksam und sendeten ihr Konzept. „Ohne die 80 Prozent Zuschuss hätten wir das Projekt nicht stemmen können“, so Lutz. Nach knapp einem Jahr ist der Raum nun bedarfsgerecht umgestaltet.

An Montagen treffen sich acht Personen zum Singen, Kochen und behandeln spezielle Themen. In Engelsbrand besteht derzeit eine weitere Demenzgruppe. Lutz schloss nicht aus, dass bei weiterer Nachfrage zeitnah eine dritte Gruppe entsteht.