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Andrang auf den Bus: Schüler sind Hauptkunden des VPE. Für Kinder, die im Heckengäu wohnen und in eine Schule im Kreis Böblingen gehen, hätte ein tarifübergreifendes VVS-Ticket Vorteile. Doch der Enzkreis müsste Geld zuschießen. Foto: Ketterl, Archiv
Andrang auf den Bus: Schüler sind Hauptkunden des VPE. Für Kinder, die im Heckengäu wohnen und in eine Schule im Kreis Böblingen gehen, hätte ein tarifübergreifendes VVS-Ticket Vorteile. Doch der Enzkreis müsste Geld zuschießen. Foto: Ketterl, Archiv
15.12.2015

Lichtung im Tarifdschungel: Calw handelt, Enzkreis streitet

Die Diskussion über den Abbau von Nahverkehrshürden ist im Enzkreis ein Streitfall. Der Kreis Calw hingegen handelt. Der benachbarte Stuttgarter Verkehrsverbund überwindet in Nagold die bisherigen Grenzen.

Rund drei Jahre zieht sich im Enzkreis der Streit hin, ob eine Tarifausdehnung des Stuttgarter Verkehrsverbunds (VVS) in die Heckengäu-Gemeinden den Nahverkehr verbessern könnte. Für eine enge Verbindung mit Bussen und Bahnen im Böblinger und Stuttgarter Raum macht sich die CDU-Kreistagsfraktion stark. Die gleiche Frage stellt sich im Raum Mühlacker. Dort wollen SPD und CDU gemeinsam Tarifgrenzen abschaffen. Still und leise hat unterdessen der Landkreis Calw bei einem ganz ähnlichen Fall Nägel mit Köpfen gemacht. Vom 1. Januar an gelten die Tickets des VVS in fünf Gemeinden von Nagold bis Altensteig.

Ob Schüler oder Pendler, die dort aus dem Kreis Calw ins Nachbargebiet Böblingen müssen: Sie brauchen künftig nur noch einen Fahrschein. „Darauf haben wir schon eine Weile hingearbeitet“, freut sich eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe Nagoldtal (VBN). Das Calwer Landratsamt habe das neue Tarifangebot unterstützt. Das Angebot habe Vorteile in beide Fahrtrichtungen, erklärt der VVS.

Schüler aus Böblingen, die in Nagold auf die Schule gehen, nutzen mit dem preisgünstigen Scool-Abo das gesamte VVS-Netz. Vom nunmehr durchgehenden Tarif profitiert laut VVS „die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste“, die bisher von Altensteig und Nagold zwei Karten benötigten, jetzt aber „ohne zusätzliche Kosten“ weiter nach Böblingen oder Stuttgart kämen. Wer eine Veranstaltung in Stuttgart besuche, zum Beispiel ein Bundesliga-Heimspiel des VfB, reise mit der Eintrittskarte – ohne weiteren Fahrschein – zum Nulltarif an.

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