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29.10.2009

Lidl-Räuber schlagen Frau und fackeln Flucht-Auto ab

NEUHAUSEN. Zwei bewaffnete Unbekannte haben am Donnerstag früh den Lidl-Markt in Neuhausen überfallen und dabei eine Mitarbeiterin getreten und durch einen Faustschlag ins Gesicht verletzt. Sie flüchteten mit dem Auto einer Angestellten und zündeten es in einem nahe gelegenen Waldstück an. Der Wagen brannte völlig aus.

Sie sind schlank, beide so um die 1,70 Meter groß, zwischen 20 und 30 Jahre alt und tragen dunkle Kleidung. Einer der Männer hat einen schwarzen schmalen Rucksack bei sich. Die Täter sprechen Deutsch mit einem osteuropäischen Akzent. Sie tragen Skimützen – und in den Händen halten sie Waffen. So stehen sie im Lidl-Markt in Neuhausen vor drei Angestellten. Es ist kurz vor 6 Uhr am Morgen.

Noch hängt Frühnebel über dem Biet. Es ist ein Raubüberfall. Einer, der fehlschlägt. Einer, der mit einem ausgebrannten Kombi auf einer Lichtung im Wald zwischen Neuhausen und Schellbronn endet. Zumindest vorläufig. Die Männer sind auf der Flucht. Die sofort nach der Alarmierung angelaufene Polizeifahndung mit mehreren Streifenwagen verläuft erfolglos. Auch ein Spürhund wird eingesetzt. Zurück bleiben verstörte Angestellte und ein Autowrack, rund 500 Meter vom Tatort entfernt.

Täter mit Skimasken

Nach ersten Erkenntnissen sind die Täter über ein Dachfenster ins Gebäudeinnere gelangt, denn als die 31, 38 und 50 Jahre alten Mitarbeiterinnen um 5.57 Uhr die Tür zu ihrem Arbeitsplatz aufschließen, stehen die Masken-Männer bereits vor ihnen, verlangen mit ausländisch klingender Stimme und gezückten Schusswaffen die Herausgabe des Tresorschüssels. Eine Lidl-Mitarbeiterin wird zur Einschüchterung getreten und erhält einen Faustschlag aufs Auge, muss später vom Deutschen Roten Kreuz ambulant behandelt werden. Der Versuch, den Tresor zu öffnen, misslingt.

Eine der Frauen kann vor den Tätern flüchten und schließt sich in einem Raum mit Telefon ein. Von dort verständigt sie sofort die Polizei. Die Männer verlassen den Discounter ohne Beute, schnappen sich den schwarzen Skoda Octavia einer Angestellten und fahren in Richtung Schellbronn davon. Nach 500 Metern biegen sie nach rechts in einen Waldweg ab. Sie fahren noch 100 Meter weiter, stellen den Kombi auf einer Lichtung ab und zünden das Fahrzeug im Wert von rund 20.000 Euro an. Dann verschwinden sie. Doch wohin?

Spurensicherung im Wald

Die Polizei vermutet, dass die Räuber ihre Flucht mit einem anderen Fahrzeug fortgesetzt haben. Noch Stunden später ist die Spurensicherung der Pforzheimer Kripo zugange, fotografiert, sucht den Waldweg nach verwertbaren Schuhabdrücken ab. Der Fundort des Wracks ist ebenso abgesperrt wie der Lidl-Parkplatz, auf dem noch ein Polizei-Kleinbus steht.

Im Bäcker-Imbiss unmittelbar gegenüber des Eingangs gibt es kein anderes Gesprächsthema. Markt-Mitarbeiter vertrösten potenzielle Kundschaft auf später. „Vielleicht heute Nachmittag“, sagen sie, wenn Kunden kommen und fragen, wann der Lebensmittelmarkt wieder öffnen wird. Ansonsten keine Auskunft, „fragen Sie die Beamten“.

Hinweise auf die Täter nimmt die Polizei telefonisch unter (07231) 186-0 entgegen.

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