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14.09.2008

Liebenzeller Herbstmissionsfest mit fast 5000 Besuchern

BAD LIEBENZELL. Zum traditionsreichen Herbstmissionsfest der Liebenzeller Mission sind am Sonntag mehr als 4600 Besucher in die Kurstadt gekommen, vorwiegend aus Süddeutschland. Mit einem Gottesdienst zum Thema „Loslassen, um zu gewinnen“ begann das Programm im Festzelt.

„Man muss loslassen können, um frei zu werden für das, was vor uns liegt“, so Pfarrer Detlef Krause, Direktor des evangelischen Missionswerks. Das lasse sich nicht immer leicht leben, doch könne man sicher sein, dass Gott uns nicht loslasse, so Krause zu den Besuchern.

Mehr als 40 Missionare aus 14 Ländern berichteten zum gleichen Thema sehr offen über ihre Erfahrungen mit Abschied, Trennung und Trauer.

Mit einem farbenfrohen Auftritt nahm eine Studentengruppe aus Taiwan durch choreografisch untermalte Lieder die Besucher mit auf die Reise in das asiatische Land.

Dass das Leben nicht nur aus Loslassen besteht, beschrieb am Nachmittag der Vorsitzende des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes, Dietmar Kamlah. Er halte es für wichtig, die Grundelemente des Glaubens festzuhalten. „Wer Gott empfangen will, darf das Gebet nicht los lassen“, so Kamlah.

Sorgenvolle Töne schlug Martin Auch, Leiter der Auslandsarbeit, an: „Wir beobachten mit Sorge die Diskussion um das Jahressteuergesetz 2009, wo unter anderem die Gemeinnützigkeit für die Arbeit im Ausland neu diskutiert wird.“ Dies könne dann zwar radikale Gruppen ausschließen - ebenso aber auch die Arbeit der Liebenzeller Mission beeinträchtigen. „Und das obwohl wir Menschen mit Liebe helfen und Frieden stiften - egal, ob diese etwas von Deutschland wissen oder nicht“, so Auch weiter.

Ein besonderer Höhepunkt des Programms war die Einsegnung von Schwester Johanna Hägele, die ab Januar 2009 das Amt als Oberin der Liebenzeller Schwesternschaft antreten wird. Ihre Vorgängerin Erika Leimenstoll geht dann in den Ruhestand. „Wir möchten das Wort Gottes mit Phantasie und Leidenschaft unter die Leute bringen und eine Brücke bauen zu Frauen mit anderem religiösen Hintergrund“, beschrieb sie ihre Vision für die Arbeit. Außerdem wolle die Schwesternschaft auch in der Zukunft ihre Freiräume zum stellvertretenden Gebet für Menschen nützen, so Hägele weiter. „Wer immer möchte, kann uns kontaktieren, uns seine Sorgen und Anliegen nennen - und wir beten dafür.“

Viel Zeit zu Begegnungen mit Missionaren gab es für die Besucher in der Mittagspause an mehr als 20 Ständen. Auch für die Kinder und Jugendlichen war gesorgt. Parallel zum Programm der Erwachsenen erlebten sie ein buntes Programm mit spannenden Geschichten und ausgefallenen Spielideen.