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Großreinemachen auf der Autobahn: Mehrere Feuerwehren mussten auf der A8 bei Rutesheim mehrere Hundert Liter einer gefährlichen, ätzenden Flüssigkeit aufnehmen, die ein Gefahrguttransporter verloren hatte. © www.7aktuell.de/Oskar Eyb
Großreinemachen auf der Autobahn: Mehrere Feuerwehren mussten auf der A8 bei Rutesheim mehrere Hundert Liter einer gefährlichen, ätzenden Flüssigkeit aufnehmen, die ein Gefahrguttransporter verloren hatte. © www.7aktuell.de/Oskar Eyb
© Archivbild: Ketterl
26.11.2014

Lkw verliert flüssigen Gefahrstoff: Stau auf A8 und Umleitungen

Einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr hat am Mittwochmorgen um 5.55 Uhr der Fahrer eines in Kassel beladenen Gefahrguttransporters ausgelöst, als er auf seiner Fahrt auf der A8 in Richtung Stuttgart bemerkte, dass sein Fahrzeug flüssigen Gefahrstoff verliert. Eine Folge davon: Zwischen den A8-Anschlussstellen Pforzheim-Ost und Rutesheim staute sich der Verkehr auf bis zu 13 Kilometern Länge, weil die Richtungsfahrbahn gesperrt war.

Bildergalerie: Lkw verliert flüssigen Gefahrstoff: Stau auf A8 und Umleitung

Der 64-jährige Lkw-Fahrer stellte sein Fahrzeug auf dem Beschleunigungsstreifen des Parkplatzes Heckengäu in Fahrtrichtung Stuttgart ab und verständigte Polizei und Feuerwehr. Erste Einsatzkräfte der Polizei nahmen einen starken Geruch sowohl am Abstellort als auch auf dem Parkplatz wahr. Ersten Ermittlungen zufolge waren aus einem leck geschlagenen Transportbehälter etwa 500 Liter einer stark ätzenden und gesundheitsgefährdenden Flüssigkeit ausgelaufen.

Nach einer Gefahrenanalyse der Feuerwehr wurde ein Sicherheitsbereich eingerichtet, der die Sperrung der Richtungsfahrbahn Stuttgart und die Räumung des Parkplatzes Heckengäu zur Folge hatte. Der Verkehr in Richtung Stuttgart wurde an der Ausfahrt Heimsheim abgeleitet. Der Fahrer des Sattelzuges und sein 61-jähriger Beifahrer wurden an der Unfallstelle erstversorgt und zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Die Fahrer von rund 40 Lkw, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Parkplatz aufhielten, wurden in einen sicheren Bereich gebracht und dort von Mitarbeitern des Rettungsdienstes untersucht und betreut. Für die Betreuung der Fahrer und der im Stau stehenden Verkehrsteilnehmer wurden auch Mitglieder umliegender Ortsvereine eingesetzt.

Aufgrund der Alarmierung wurden der Gefahrstoffzug der Berufsfeuerwehr Pforzheim, die Abteilung Haidach und die Abteilung Dillweißenstein der Freiwilligen Feuerwehr entsandt. Während der Anfahrt wurde bekannt, dass sich der Unfall nach Heimsheim, etwa zwei Kilometer vor Rutesheim befindet. In Absprache mit der zuständigen Leitstelle fuhren die Kräfte aus Pforzheim trotzdem die Einsatzstelle außerhalb ihres Einsatzgebietes an und konnten am Sattelaufleger den Gefahrstoffaustritt stoppen und Teilmengen der ätzenden Flüssigkeit eindeichen und auffangen. Nach Eintreffen der zuständigen Feuerwehren wurden die Kräfte der Feuerwehr Pforzheim ausgebunden. Sie waren gegen 9.30 Uhr wieder an ihren Standorten.

Ein mehrstündiger Einsatz der Feuerwehren war notwendig, da neben dem Lkw auch die Fahrbahn und Teile des angrenzenden Rastplatzes mit dem Gefahrstoff verunreinigt wurden. Um den Abstellort des Transportfahrzeugs wurde ein Gefahrenbereich eingerichtet und der Parkplatz wurde geräumt. Bis 7.30 Uhr konnte der Verkehr in Richtung Stuttgart auf dem linken Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeleitet werden. Für die weiteren Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr wurde eine Vollsperrung Richtung Stuttgart erforderlich. Der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Heimsheim ausgeleitet. Zur Mittagszeit konnte die Fahrbahn auf zwei Spuren freigegeben werden, was den Verkehr allerdings nur langsam ins Rollen bringt.

Die Feuerwehr war insgesamt mit etwa 85 Einsatzkräften aus Pforzheim, Rutesheim, Leonberg, Sindelfingen und Böblingen am Unfallort und konnte den beschädigten Behälter provisorisch abdichten. In der Folge wurde die ausgetretene Flüssigkeit mit speziellem Bindemittel abgestreut und der im Behälter verbliebene Rest umgeladen. Mit Fortschritt der Fahrbahnreinigungsarbeiten konnten gegen 12 Uhr der linke Fahrstreifen und gegen 12:40 Uhr der mittlere Fahrstreifen Richtung Stuttgart wieder freigegeben werden. Die Arbeiten auf dem rechten Fahrstreifen konnten nach 15 Uhr eingestellt werden.

Zur Durchführung der erforderlichen Verkehrsmaßnahmen waren 17 Streifenbesatzungen der Polizeipräsidien Ludwigsburg und Karlsruhe und auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Aufgrund der Sperrung kam es sowohl auf der A8 als auch im nachgeordneten Straßennetz zu ausgeprägten Verkehrsbehinderungen und Staus bis zu 13 Kilometer Länge. Dem Fernverkehr wurde empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren. Die Polizei hatte stundenlang davor gewarnt, in der Nähe des Unfallortes brennenden Gegenstände aus dem Fahrzeug zu werfen. Die Fenster sollten geschlossen bleiben. Die polizeilichen Ermittlungen zur Ursache des Gefahrgut-Austritts dauern noch an.

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