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Zu den unfallträchtigen Strecken in der Region zählt der Autobahnzubringer von Karlsbad-Langensteinbach zur A 8 auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern. Die Straße wird täglich mit rund 15 000 Fahrzeugen belastet. Der seit Jahren diskutierte Ausbau rückt nunmehr in greifbare Nähe. Foto: Weber
Zu den unfallträchtigen Strecken in der Region zählt der Autobahnzubringer von Karlsbad-Langensteinbach zur A 8 auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern. Die Straße wird täglich mit rund 15 000 Fahrzeugen belastet. Der seit Jahren diskutierte Ausbau rückt nunmehr in greifbare Nähe. Foto: Weber
11.12.2015

Lösung für lange Geschichte um Autobahnzubringer bahnt sich an

Die schon fast unendliche Geschichte des Ausbaus der Landesstraße 623 – dem Autobahnzubringer zur A8 – ab Langensteinbach scheint nunmehr ein gutes Ende zu finden. Bei einer Stimmenthaltung genehmigte der Karlsbader Gemeinderat im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens die Ausbauvariante des Regierungspräsidiums, der man bereits im April 2014 grundsätzlich zugestimmt hatte.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Jens Timm soll das Planfeststellungverfahren mit Anhörung der Träger öffentlicher Belange im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Damit bestehe die Hoffnung, dass 2017 endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, davon ausgehend, dass die Finanzierung der vom Regierungspräsidium genannten Gesamtkosten von rund fünf Millionen Euro gesichert ist. Der Abschnitt ist derzeit mit rund 15.000 Fahrzeugen täglich belastet. Er dient damit auch als bedeutende Verkehrsachse zur A8 aus dem Bereich des westlichen Enzkreises.

Besonderer Unfallschwerpunkt

Der Autobahnzubringer gilt ab dem Kreisel am Ortsende Langensteinbach auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern als besonderer Unfallschwerpunkt. Der jetzige Ausbauplan, der im Grunde bereits im Jahre 2009 vom Karlsbader Gemeinderat als „dringend notwendig“ befürwortet wurde, soll weitgehend auf der bisherigen Trasse erfolgen. Die zu schmale Fahrbahn wird allerdings durchgängig verbreitert, die Kurven durch eine modifizierte Linienführung entschärft und die Steigungen deutlich abgemildert. Die Zufahrten zu den Aussiedlungshöfen links und rechts der Trasse sollen durch separate Abbiegespuren sicherer werden.

Nicht entsprochen hat hier allerdings das Regierungspräsidium als Planungsbehörde dem Wusch, die Höfe über einen Kreisverkehr anzubinden. Dies gilt auch für die im April 2014 ins Gespräch gebrachte Überführung im Bereich der Kleingartenanlagen, die deutliche Mehrkosten verursachen würde. Immer wieder diskutiert wurde auch das Thema eines zentralen Radweges, der nunmehr mit einer Breite von rund drei Metern als Landwirtschaftsweg wie gleichzeitig auch als Radweg fest ausgebaut wird.

Ausgleichsflächen nötig

Aufgrund erforderlicher Ausgleichsflächen sind nach der jetzt verabschiedeten Planung rund 5,7 Hektar zu erwerbende Fläche oder als Tauschfläche notwendig. Dabei hat die Gemeinde den Grunderwerb zunächst für das Land übernommen und tritt hier auch finanziell in Vorleistung. Laut Kämmerin Petra Goldschmidt wurde nach den teilweise recht zähflüssigen Verhandlungen in den letzten Jahren zwischenzeitlich für 83 Prozent der Flächen eine Einigung erzielt.

„Es ist Zeit, wir legen großen Wert auf eine möglichst rasche Realisierung“, so Jürgen Herrmann für die Freien Wähler. CDU-Fraktionsvorsitzender Roland Rädle sprach von einem Jahre zu spät in die Realisierungsphase kommenden Projekt, bei dem die Gemeinde von den Landesbehörden nicht immer „gut behandelt“ worden sei. Reinhard Haas sieht das langdiskutierte Thema „Westumfahrung Langensteinbach“ als unabdingbares Folgeprojekt. Nur damit könne das große Gewerbegebiet „Stöckmädle“ in Ittersbach sinnvoll an die Autobahn angebunden werden. Anders Uwe Rohrer, Grüne/Bündnis 90, wollte den „Merkposten Westumfahrung“ in der Stellungnahme der Gemeinde zum Planfeststellungverfahren L623 streichen, fand dafür allerdings im Rat keine Mehrheit.