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In der Rolle der Madame Chou Chou sorgt André Sarmenta auch als gewitzter Bauchredner für Unterhaltung. Am Wochenende in Dietlingen. Foto: Fux 

Madame Chou Chou lässt Corona ganz vergessen - Travestie-Lady und Bauchrednerin in Dietlingen

Keltern-Dietlingen. Ausverkauft waren am Freitag und Samstag im italienischen Restaurant von Luciano Moretti in Dietlingen die Sondergastspiele von Madame Chou Chou, Travestie-Lady und Bauchrednerin aus Bremerhaven. Die Veranstaltungen wurden für Madame Chou Chou (André Sarmenta) ein Heimspiel, denn der Künstler, bekannt vom Pulverfass in Hamburg, stammt aus Pforzheim. Seine 87-jährige Mutter lebt im Haidach und war am Samstag Gast.

Verbindung nach Gräfenhausen

Den ersten Bühnenauftritt hatte der Travestiekünstler als Amanda Lear bei der Faschingsgesellschaft „Die Klemmer“ in Gräfenhausen. Das ist mittlerweile über 40 Jahre her. Doch die Verbundenheit ist geblieben. Uwe Wolfinger ist nicht nur ein großer Fan von Madame Chou Chou, sondern auch bei der Gräfenhausener Faschingsgesellschaft engagiert und holte „Europas erste Lady Bauchrednerin der Travestie“ in der Corona-Zeit nach Dietlingen.

„Ich würde dir gerne helfen, dass wieder etwas in die Kasse kommt“, sagte Wolfinger zu Sarmenta und schon war die Idee geboren und das passende Restaurant in Dietlingen trotz Corona gefunden.

Denn auch Luciano und Inge Moretti, die früher ein Lokal in Pforzheim hatten, kennen und schätzen André Sarmenta und seine Kunst schon über 40 Jahre. „Wegen der Corona-Zeit unterstützen sich Gastronomie und Künstler deutschlandweit. Wir geben uns gegenseitig Halt“, sagt der Künstler der Travestie, der auch ein witziger Bauchredner ist und dem es mühelos gelingt von einer hohen, pipsigen Häschenstimme zu einer tiefen Wikinger-Bassstimme zu wechseln – ohne dabei den Mund sonderlich zu bewegen.

Denn Madame Chou Chou ist eine Meisterin ihres Fachs und lässt nicht nur die Puppen tanzen. Mit einem neuen Bühnenprogramm lässt sie Corona für rund zwei Stunden vergessen. Da werden die Zuschauer Miguel, der den Wikinger gibt und Jan, das Häschen, redetechnisch durch die Travestie-Lady-Bauchrednerin fremdgesteuert und die Lachmuskeln der Zuschauer aufs Stärkste strapaziert. Ob Plüschpuppe oder Zuschauer, Madame Chou Chou legt allen passende oder unpassende Worte in den Mund, bringt jeden keck zum Sprechen und geht mit dem Publikum immer wieder auf Tuchfüllung.

Der zweite Teil kommt locker und frech in St. Pauli-Manier daher. „Wir holen Spanien während Corona nach Dietlingen“, ruft Madame Chou Chou und singt begeistert: „Die Sonne scheint bei Tag und Nacht“ und alle singen bestens gelaunt: „Eviva El Dietlingen“. Da wird so mancher Gassenhauer gesungen, sogar kräftig gejodelt und Corona schließlich ganz vergessen.